Wirtschaft
03.01.2018

Millionenpleite einer Fensterfirma

Österreichisches Unternehmen hat sich bei der Investition in ein Fensterwerk in der Slowakei mächtig überhoben.

Der Fenstermarkt ist seit vielen Jahren wettbewerbsmäßig schwer umkämpft, die Billigkonkurrenz aus dem Ausland setzt vielen österreichischen Firmen zu. So auch der Firma Weba Fenster-Türen-Montage GmbH mit Sitz in Neudörfl an der Leitha. Sie hat am Landesgericht Eisenstadt einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER. Das Verfahren ist mittlerweile eröffnet worden.

Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Fenster- und Türenmontage und soll fortgeführt werden. Den Gläubigern sollen 20 Prozent Quote geboten werden.

Die Insolvenzursachen liegen laut Creditreform in einer Übersättigung des Marktes für Kunststofffenster, insbesondere auch wegen der Konkurrenz aus Ungarn und der Slowakei. Die Firma Weba verlor zahlreiche Stammkunden und versuchte den Umsatzausfall ausgerechnet mit Projektgeschäften auf Großbaustellen auszugleichen. Diese Rechnung ging nicht auf. Allein einer dieser Aufträge führte zu einem Verlust in Höhe von 90.000 Euro.

Im Jahr 2016 versuchte die Weba ein Produktionswerk in Bratislava aufzubauen und investierte vor Ort kräftig. Auch diese Rechnung ging nicht auf. Am Ende wurde auch dabei ein hoher Verlust (250.000 Euro) eingefahren.

Laut KSV1870 und AKV sind 56 Gläubiger und 14 Arbeitnehmer von der Pleite betroffen.

Den Aktiva werden mit rund 960.000 Euro beziffert, die Passiva mit rund 1,018 Millionen Euro. Die Firmenliegenschaft ist mit Pfandrechten der Hausbank (306.000 Euro) belastet. Zum zum teil geleasten Fuhrpark des Unternehmens gehören sieben Lkw, ein Range Rover und ein Land Rover sowie drei weitere Fahrzeuge.

Im Geschäftsjahr 2106/17 (Stichtag: 30. Juni) wurden rund 2,8 Millionen Euro umgesetzt, der Jahresverlust betrug 213.900 Euro. Im Geschäftsjahr 2016/17 betrug der Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 159.100 Euro, davon wurden 125.000 Euro (an die Gesellschafter) ausgeschüttet. Dadurch betrug der Bilanzverlust 179.700 Euro.

Die Verbindlichkeiten bei Banken wurden mit 541.000 Euro beziffert, die Schulden aus Lieferungen und Leistungen mit 306.000 Euro. Unterm Strich wurden insgesamt rund 1,16 Millionen Euro Verbindlichkeiten ausgewiesen.