Wirtschaft
01.02.2018

Millionenpleite der Wienwert Holding

Der Schuldenberg beträgt sagenhafte 55,35 Millionen Euro, das freie Vermögen wird auf 7,51 Millionen Euro geschätzt.

Dieser Millionenpleite ist ein absurder Streit zwischen den beiden Firmengründern und dem aktuellen Vorstandschef vorangegangen. Letztlich hat die WW Holding AG, vormals Wienwert Holding AG, mit Verspätung doch einen Insolvenzantrag eingebracht.

Als Insolvenzursachen werden laut Creditreform die schlechte Geschäftsentwicklung der Tochter- und Projektgesellschaften, die Probleme bei der Einbringlichmachung von Forderungen sowie die Ermittlungen gegen die Tochtergesellschaft Wienwert AG und gegen zwei Gründer der WW Holding AG angeführt. Letzeres ist eher ein sehr subjektive Ansicht.

"Das Unternehmen wurde 2008 gegründet und beschäftigt sich mit dem Immobiliengeschäft, fokussiert auf den Wiener Markt. Das Unternehmen fungiert hierbei in erster Linie als Holding- und Finanzierungsgesellschaft", heißt es dazu von Creditreform. "Die Insolvenzursachen liegen darin, dass - die Geschäftsentwicklung der Tochter- und Projektgesellschaften unter Plan blieb, - Forderungen nicht fristgerecht einbringlich gemacht werden konnten und - ein Ermittlungsverfahren gegen die Tochtergesellschaft Wienwert AG sowie gegen zwei Gründer der WW Holding AG." Die Vorwürfe werden bestritten.

Schulden und Vermögen

Der Schuldenberg ist deutlich höher als zuvor kolportiert. Das Immo-Unternehmen hat insgesamt 55,359 Millionen Euro Schulden, davon entfallen 34,371 Millionen Euro auf die 900 Anleihezeichner, 6,121 Millionen Euro auf Haftungen, 2,712 Millionen Euro auf Banken, 8,6 Millionen Euro auf Darlehen zweier Tochterfirmen und 1,6 Millionen Euro sind bei der Finanz offen.

Bei den Aktiva schaut es eher traurig aus. Neun Beteiligungen sind angeblich nicht werthaltig. Die Beteiligung an der Tochter Wienwert AG, die mit 9,8 Millionen Euro beziffert wird, ist an eine Enkelgesellschaft zur Absicherung eines Darlehens verpfändet. Das freie Vermögen wird mit 7,512 Millionen Euro beziffert, davon sollen 3,1 Millionen Euro aus der Verwertung der Wienwert AG-Anteile fließen. Aus dem Verkaufserlös einer Tochter sollen weitere 1,8 Millionen Euro fließen.

Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten. Die WW Holding AG strebt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an. "Es wird erwartet, dass in dessen Rahmen die Beteiligung der WW Holding AG an Wienwert AG verkauft werden wird", hieß es in der Unternehmensmitteilung weiter.