Wirtschaft
15.12.2017

Millionen-Pleite eines Reifenhändlers

Mittlerweile wurden sieben Insolvenzverfahren angemeldet, bei den drei aktuellen Pleiten geht es um rund 7,4 Millionen Euro Schulden.

Vier Unternehmen der alteingesessenen Firmen-Gruppe Reifen Bruckmüller haben bereits Anfang November mit rund 51 Millionen Euro Schulden am Landesgericht Steyr Sanierungsverfahren beantragt. Am Freitag wurden nun drei weitere Insolvenzverfahren für drei Standorte angemeldet. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform dem KURIER.

Es sind mehr als 100 Gläubiger und 26 Arbeitnehmer betroffen. Die Bruckmüller-Gruppe beschäftigt insgesamt 200 Mitarbeiter. Die Unternehmen sollen fortgeführt werden.

Betroffen sind nun auch die Standorte in 1230 Wien, Pfarrgasse 83, 4481 Asten, Wiener Straße 31a und 5071 Wals-Siezenheim, Gewerbehofstraße 4. Es handelt sich dabei um reine Reifenmontage-Werkstätten.

Der Hintergrund

Die Insolvenzursachen liegen in der Kündigung von Finanzierungslinien durch die Banken. "Die mit der aktuellen Entwicklung in der Unternehmensgruppe verbundenen Auswirkungen führten trotz positiver Ergebnisse der Antragstellerin im laufenden Geschäftsjahr zur Kündigung der Finanzierungslinien der Antragstellerin, weshalb diese nicht mehr in der Lage ist, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und damit zahlungsunfähig ist", heißt es dazu aus dem Unternehmen. "Obgleich unter Einbindung der finanzierenden Banken der Einstieg eines Investors in die Unternehmensgruppe kurz vor dem Abschluss stand, hat sich der Verkauf letztlich nicht realisieren lassen."

Die Aktiva der drei aktuellen Insolvenzen werden mit rund 2,14 Millionen Euro beziffert, die Passiva mit 7,4 Millionen Euro. Den Gläubigern wird eine Quote in Höhe von 20 Prozent innnerhalb von zwei Jahren angeboten.