Alejandro Plater wird am Freitag Telekom-Boss Hannes Ametsreiter (r.) ablösen.

© APA/HANS KLAUS TECHT

Neuer Konzernchef
07/23/2015

Mexikaner regiert die Telekom

Staatsholding schlägt Alejandro Plater vor, Kapitalerhöhung derzeit kein Thema.

von Andrea Hodoschek

Heute, Freitag, hat Hannes Ametsreiter seinen letzten Arbeitstag als Chef der Telekom Austria. Offiziell geht er mit 31. Juli von Bord, macht aber vorher noch kurz Urlaub. Ebenfalls am Freitag ab elf Uhr kürt der Aufsichtsrat Vorstand Alejandro Plater zum neuen Chief Executive Officer (CEO).

Vorgeschlagen wird der gebürtige Argentinier von der Staatsholding ÖBIB, die 28,4 Prozent an der Telekom hält. Plater sitzt auf einem Vorstands-Ticket des Telekom-Giganten America Movil (knapp 60 Prozent) und ist der Wunschkandidat der Mexikaner. Die Republik Österreich hat zwar laut dem Syndikatsvertrag mit dem Konzern des Milliardärs Carlos Slim das Nominierungsrecht für den CEO, aber einen Kandidaten gegen den Willen des Mehrheitseigentümers aufzustellen, macht wenig Sinn. Wer das Geld hat, schafft an.

Auf Dauer wird Österreich das Nominierungsrecht für den CEO ohnehin nicht halten können. Mittelfristig ist geplant, der KURIER berichtete, dass die Staatsholding auf den CEO verzichtet und dafür das Vorschlagsrecht für den Finanzvorstand bekommt. Mit dem Argument: Lieber den Finanzchef zur Kontrolle in der Holding als einen CEO von Österreichs Gnaden, der nicht viel mehr als ein Frühstücksdirektor wäre.

Österreich-Tochter A1

Maßgeblich für die Republik sei nämlich, hört man aus Insiderkreisen, die Österreich-Tochter A1, die von Ametsreiter in Personalunion geleitet wurde. Deren neuer Chef müsse (im Gegensatz zu Plater) auch die deutsche Sprache beherrschen und die Interessen Österreichs vertreten. Bei A1 und nicht in der Konzernholding sind die für den Standort wichtigen Infrastruktur-Themen angesiedelt. Weshalb jetzt auf Hochdruck nach einem A1-Boss gesucht wird.

Eine weitere Kapitalerhöhung bei der Telekom ist für die nächste Zeit kein Thema, heißt es in Eigentümerkreisen. Die Telekom hat aus der letzten Kapitalaufstockung noch liquide Mittel von rund 1,2 Milliarden Euro, ausreichend für kleinere Zukäufe.

Sollte eine Großakquisition anstehen, wird’s spannend, wie Finanzminister Hans Jörg Schelling agiert. Angesichts der Budgetlage wäre es schwierig argumentierbar, dass die heimischen Steuerzahler für Telekom-Expansionen in Osteuropa aufkommen sollen. Im Syndikatsvertrag ist Österreich ein Vetorecht eingeräumt, aber das ist eher theoretisch.

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