Wirtschaft 05.12.2011

Mensdorff: Auch US-Behörde ermittelt

Bestechungs-Vorwürfe: Die US-Börsenaufsicht interessiert sich für die Verbindungen des österreichischen Lobbyisten zum Elektronik-Riesen Motorola.

Die österreichische Staatsanwaltschaft hat ihn schon länger im Visier - jetzt ermitteln offenbar auch US-Behörden gegen den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Wie profil berichtet, interessiert sich die amerikanische Börsenaufsicht SEC für seine Verbindungen zum US-Elektronikkonzern Motorola, von dem Mensdorff-Firmen u.a. in Ungarn und Panama ab 2004 in Summe 2,2 Millionen Euro bekommen haben sollen.

Der Verdacht: Mensdorff, der als Motorola-Lobbyist in mehreren europäischen Staaten und im Mittleren Osten aufgetreten sei, könnte einen Teil des Geldes an politische Entscheidungsträger verteilt haben.

Ungereimtheiten

Mensdorff-Pouilly im Visier: Politiker sollen mit Geschenken und Urlauben bestochen worden sein, sagt die US-Börsenaufsicht.
© Bild: KURIER/Stephan Boroviczeny

Ins Rollen gebracht hat die Causa eine Bilanzprüfung, bei der die interne Revision von Motorola Ungereimtheiten in der Buchhaltung entdeckte - und bei der Börsenaufsicht Selbstanzeige erstattete.

Die Behörden schließen nicht aus, dass ein Teil der Motorola-Gelder in Zusammenhang mit der Vergabe des österreichischen Behördenfunknetzes unter ÖVP-Innenminister Strasser steht. Beim Abschluss des Millionen-Auftrags war Mensdorff für Motorola tätig; auch hier besteht seit längerem der Verdacht einer unsauberen Vergabe.

Die österreichischen Behörden ermitteln laut profil wegen des Verdachts der Geldwäsche und Bestechung. Mensdorffs Anwalt Harald Schuster wollte auf Anfrage des KURIER keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011