Wirtschaft
20.06.2017

Mehr Marketing mit dem Tierwohl

Agrarmarkt Austria wird weniger Aufträge an Fremdfirmen vergeben.

In Österreich hat Geflügel mehr Platz als bei ausländischen Bauern. Die höheren Kosten für Tierhaltung haben allerdings negative Auswirkungen auf den Marktanteil der heimischen Produzenten. Daher wird die AMA-Marketing (Agrarmarkt Austria Marketing) mit der Kampagne "federführend" die Konsumenten auf die Vorteile von heimischem Geflügel aufmerksam machen.

Kosten sparen

In Zukunft will AMA-Marketing-Chef Michael Blass gemäß dem Vorschlag des Rechnungshofes das Marketing für landwirtschaftliche Produkte von der AMA verstärkt selbst durchführen lassen. Dadurch würde sich die AMA die Beauftragung von Fremdfirmen und somit Kosten sparen. Voraussetzung dafür ist eine Einigung mit der EU, damit die Marketing-Aktion nicht als illegale Beihilfe eingestuft wird. Kürzlich wurde in der AMA nach Rücksprache mit der EU auch eine eigene Abteilung für Online und Markendesign aufgebaut.

Alle 51 Empfehlungen des Ende vergangenen Jahres veröffentlichten Rechnungshof-Berichtes sollen bis Ende des Jahres umgesetzt werden, verspricht Blass. Dabei geht es um Auftragsvergaben oder Compliance-Richtlinien. Die AMA will in jedem Fall vermeiden, in den Nationalratswahlkampf hineingezogen zu werden.

Die Führung der AMA ist ein Sozialpartnergremium. FPÖ, Grüne oder Team Stronach sind dort nicht vertreten. Die Debatte des Rechnungshofberichts im Rechnungshofausschuss des Nationalrates im Mai dieses Jahres verlief entsprechend turbulent. Die Grünen haben vermutet, dass AMA-Werbeeinschaltungen nach Wahlterminen vergeben worden seien. Zu Wort kam im Ausschuss auch die Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker. Es habe keine konkreten Anzeichen für Verstöße gegen das Bundesvergabegesetz gegeben, sagt sie.

Eine Anregung des Rechnungshofes wird die AMA wohl nicht übernehmen. Es gab die Idee, den Erfolg von Marketingkampagnen für Fleisch am Fleischkonsum zu messen. Der Fleischkonsum ist seit Jahren leicht rückläufig. Daran werden auch Marketingkampagnen wohl nichts ändern.