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Wirtschaft
12/05/2011

Mehr als Säbelrasseln

Im Lohnstreit der Metaller haben beide Seiten recht, trotzdem gibt es Spielraum.

von Andrea Hodoschek

Der Arbeitskampf der Metaller ist mehr als das übliche Geplänkel bei Lohnrunden. Warnstreiks unmittelbar nach Verhandlungsbeginn haben in der Tradition der heimischen Sozialpartnerschaft ziemlichen Seltenheitswert. Dabei sind die Argumente beider Seiten richtig. Die Gewerkschaft beruft sich auf die Vergangenheit. Es stimmt, viele Unternehmen haben prächtig verdient und die Arbeitnehmer waren wesentlich zurückhaltender als die Manager. Dass die Gewerkschaften nach den Reallohnverlusten der vergangenen Jahre Erfolge vorweisen müssen, ist verständlich. Mit der Erhaltung der Kaufkraft wird der Inlandskonsum gestützt.

Flexibilität

Die Arbeitgeber argumentieren mit der Zukunft. Die Konjunkturprognosen sind alles andere als rosig, wir müssen uns auf die nächste Rezession einstellen. Die ersten Unternehmen fahren schon die Kapazitäten zurück. Zu üppige Lohnerhöhungen sind im internationalen Kostenwettbewerb eine Belastung der Zukunft. Das ist eine Tatsache und keine Schutzbehauptung. Wie sich aber in der Mitte finden? Es gibt Spielraum und der heißt Flexibilität – höhere Einmalzahlungen, die an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt sind. Wenn jeder stur bleibt, hat keiner etwas davon.

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