Oyu Tolgoi in der Mongolei.

© APA/AFP/BYAMBASUREN BYAMBA-OCHIR

Umstrittene Mine Oyu Tolgoi
12/15/2015

Mega-Mine in Mongolei: 4,4 Mrd. Dollar für Abbau unter Tage

Bis dato reiner Tagebau in Oyu Tolgoi. Nun will Konzern Rio Tinto unter die Erde nach Gold und Kupfer graben.

In der umstrittenen Riesen-Mine Oyu Tolgoi in der Mongolei kann die nächste Abbauphase für Gold und Kupfer beginnen. Die Projektgesellschaft unterzeichnete am Dienstag in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator eine Finanzierungsvereinbarung über 4,4 Mrd. Dollar (4,01 Mrd. Euro) mit internationalen Finanzdienstleistern und 15 Geschäftsbanken, wie der Mutterkonzern Rio Tinto bekannt gab.

Damit können die Metalle nach einer reinen Tagebau-Phase nun auch unter Tage gefördert werden, wo laut Rio Tinto 80 Prozent der auszubeutenden Vorkommen liegen.

Widerstand mehrt sich

Das Projekt ist in der Mongolei umstritten. Die Ausbeutung der enormen Rohstoffvorkommen durch ausländische Unternehmen hat in dem sehr dünn besiedelten Land für enorme Wachstumsraten gesorgt. Inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die die große Rolle der ausländischen Firmen in Frage stellen.

Das Oyu-Tolgoi-Projekt stand im Zentrum des Streits, wodurch der geplante Start der zweiten Phase der Mine verzögert wurde. In diesem Jahr schließlich erzielten Rio Tinto und die mongolische Regierung eine Einigung. Rio Tinto hält über eine Tochter 66 Prozent an der Gesellschaft, Ulan Bator den Rest. Die Mine Oyu Tolgoi hat seit Förderbeginn im Jahr 2013 etwa 1,5 Mio. Tonnen Kupferkonzentrat produziert.

Land, reich an Rohstoffen

In der Mongolei mit ihren nur drei Millionen Einwohnern gibt es riesige Rohstoffvorkommen, deren Ausbeutung maßgeblich den Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre angeschoben hat. Im Jahr 2011 verzeichnete das Land ein Wirtschaftswachstum von 17,5 Prozent. Inzwischen sind die Wachstumsraten angesichts des Streits über die ausländischen Rohstoffförderer und auch wegen des weltweiten Preisverfalls deutlich zurückgegangen. Trotz des Booms leben weiterhin viele Menschen in Armut; auch werden negative Auswirkungen der zahlreichen Förderprojekte auf die Umwelt befürchtet.

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