Wirtschaft
14.04.2017

Mangelnder Wille zur Reduktion der Feinstaub-Emissionen

Mehr Bioethanol im Benzin würde die Belastung der Umwelt durch den Verkehr senken.

Der Verbrennungsmotor wird noch viele Jahre für Antrieb sorgen. Daran werden auch die steigenden Zulassungszahlen für E-Autos nichts ändern. Der Anteil der E-Autos beträgt in Österreich 1,2 Prozent. EU-weit sind es lediglich 0,4 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür sind die hohen Preise.

Weitere Optimierungen des Verbrennungsmotors "machen daher Sinn", betont Univ. Prof. Bernhard Geringer, Vorstand des Instituts für Fahrzeugtechnik an der TU Wien. Er geht davon aus, dass der Verbrennungsmotor noch mindestens zehn bis 20 Jahre in Verwendung bleiben wird. Entweder allein oder in Kombination mit einem Elektromotor in Hybrid- Autos.

Geringer rechnet mit einer weiteren Verbesserung des Wirkungsgrades der Verbrennungsmotoren um zehn bis 15 Prozent. Außerdem können durch den Einsatz moderner Kraftstoffe sowohl die CO2-Emissionen als auch der Feinstaub reduziert werden. Das gilt etwa für Biokraftstoffe. Denn Pflanzen, die für Biokraftstoffe verwendet werden, binden CO2. Die TU hat eine Studie veröffentlicht, nach der bei einer Anhebung der Beimischung von Bioethanol zum Benzin von derzeit fünf (E 5) auf zehn Prozent (E 10) der Partikelausstoß um bis zu 23 Prozent gesenkt werden kann.

Tempolimit

Es wurden zwar Tempolimits zur Feinstaubreduktion eingeführt, aber E 10 ist derzeit kein Thema. Der erste Versuch, E 10 in Österreich einzuführen, ist vor fünf Jahren gescheitert. Es waren mehrere Ministerien zuständig, die sich nicht einigen konnten.

Ein Argument gegen die Einführung war, dass ältere Motoren für E 10 nicht geeignet sind. Durch die Erneuerung der Fahrzeugflotte gibt es immer weniger Motoren, die für E 10 nicht geeignet sind. Außerdem gibt es auch Listen mit allen Fahrzeugen, die nicht E 10 tanken dürfen, erläutert Max Lang, Cheftechniker des ÖAMTC.

Auch das Argument Teller statt Tank ist nicht überzeugend. Bioethanol wird in Österreich von der Agrana erzeugt. Nur die beste Getreidequalität wird für Lebensmittel verwendet. Schlechtere Qualitäten werden an Tiere verfüttert. Die Agrana verarbeit schlechtere Qualitäten und Überschüsse zu Bioethanol. Die Hälfte der Produktion wird exportiert.

Die Einführung von E 10 würde den Spritpreis leicht steigen lassen, weil Öl derzeit sehr billig ist. Da aber nur fünf Prozent Bioethanol dazukommen würden, würde der Preisanstieg gering ausfallen.

Angesicht der Rahmenbedingungen übt sich die OMV in Zurückhaltung: "Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau, entscheidend ist die Akzeptanz bei den Kunden."