Wirtschaft
19.04.2017

März: Erster Teuerungs-Rückgang seit einem Jahr

Jahres-Inflation in Österreich im März leicht gesunken. Inflationsrate bei 2,0 Prozent, ohne Ausgaben für Treibstoffe und Restaurants bei 1,3 Prozent-

Die Teuerung in Österreich ist im März leicht gesunken. Die Jahresinflationsrate betrug 2,0 Prozent, nach 2,2 Prozent im Februar. Hauptverantwortlich für den Rückgang waren ein niedrigerer Preisanstieg bei Treibstoff, der aber weiterhin Hauptpreistreiber blieb, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit. Zweitstärkster Preistreiber waren Ausgaben für Restaurants.

Ohne Treibstoffe und Restaurantausgaben hätte die Inflation laut den Statistikern im März nur 1,3 Prozent betragen. Einen Rückgang der Inflationsrate in Österreich gab es zuletzt im April 2016, damals sank die Inflation auf 0,5 Prozent und damit den tiefsten Wert seit Oktober 2009. Seit vergangenen April kletterte die Teuerungsrate kontinuierlich nach oben.

Die Teuerung bei Treibstoffen belief sich im März im Vergleich zum Vorjahresmonat auf plus 13,9 Prozent, nach einem Anstieg von 17,2 Prozent im Februar. Wohnungsmieten erhöhten sich um 3,8 Prozent, die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich im Schnitt um 2,0 Prozent. Für Restaurants und Hotels musste man in Österreich durchschnittlich um 2,9 Prozent tiefer in die Tasche greifen. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im März im Jahresabstand um 1,6 Prozent.

Als leichter Preisdämpfer erwiesen sich um 2,1 Prozent verbilligte Telefon- und Telefaxdienste.

Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI für Österreich stieg im März um 2,2 Prozent. Im Vormonat Februar lag der Anstieg bei 2,4 Prozent. Im Monatsabstand, von Februar auf März, stieg das allgemeine Preisniveau (VPI) um 0,6 Prozent.

Wöchentlicher Einkauf teurer

Die allgemeine Inflationsrate ist im März zwar gesunken, der wöchentliche Einkauf (Miniwarenkorb) verteuerte sich hingegen im Jahresabstand um 4 Prozent. Der von der Statistik Austria berechnete Miniwarenkorb enthält neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe, die sich ausgehend von einem relativ niedrigen Preisniveau stark verteuerten.

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen und den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf abbildet, stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, nach plus 3,2 Prozent im Februar, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit.

Auch im Supermarkt müssen Konsumenten großteils tiefer in die Geldbörse greifen: Nahrungsmittel verteuerten sich im März im Jahresabstand um 1,5 Prozent, aber deutlich weniger als im Februar mit plus 2,4 Prozent. Ausschlaggebend dafür war ein Rückgang bei den Gemüsepreisen im März um 1,7 Prozent, nach einem Anstieg von 8,3 Prozent im Februar wegen Frostschäden bei Gemüse aus Südeuropa. Fisch kostete im März um 12,2 Prozent mehr, Brot und Getreideerzeugnisse (+2,0 Prozent), Milch, Käse und Eier (+1,3 Prozent), Fleisch (+0,8 Prozent), Obst (-0,9 Prozent). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 3,4 Prozent, Kaffee um plus 4,7 Prozent.

Die Preisentwicklung bei der gesamten Haushaltsenergie war im März mit minus 0,1 Prozent nahezu preisstabil. Die im Jahresvergleich deutlich weniger stark gestiegenen Heizölpreise (+22,9 Prozent; Februar: +34,4 Prozent) wurden durch fallende Strompreise (-5,6 Prozent) kompensiert. Gas verbilligte sich um 3,5 Prozent, Fernwärme verteuerte sich um 2,5 Prozent und feste Brennstoffe (+0,3 Prozent).

Teilweise gute Nachrichten gibt es für Reiselustige: Flugtickets ins Ausland, die im Februar 2017 noch um 16,2 Prozent mehr kosteten, verbilligten sich im März im Jahresabstand um 2,2 Prozent. Freizeit-und Kulturdienstleistungen hingegen verteuerten sich um 2,4 Prozent, Pauschalreisen kosteten um 4,4 Prozent mehr.

Rückgang auch im EU-Schnitt

Die jährliche Inflationsrate in der EU ist im März auf 1,5 Prozent zurückgegangen. Im Februar hatte sie im Jahresabstand noch 1,9 Prozent betragen. In der Eurozone ging die Teuerungsrate im Vormonat auf 1,5 Prozent zurück. Die höchste Steigerung wies Lettland mit 3,3 Prozent auf, am niedrigsten war sie in Rumänien mit 0,4 Prozent. Österreichs Inflationsrate (HVPI) betrug im März 2,2 Prozent. Damit lag die Alpenrepublik laut Eurostat-Daten vom Mittwoch an neunter Stelle unter den 28 EU-Staaten.