Lufthansa-Schalter: Aktien der AUA-Mutter verzeichneten einen Verlust.

© APA/EPA/BORIS ROESSLER

Deutschland
12/04/2014

Lufthansa-Piloten bestreiken heute Fernflüge

Lufthansa annulliert heute jeden zweiten Interkontinental-Abflug. Piloten streiken bis Mitternacht.

Bei der Lufthansa hat in der Nacht eine weitere Streikwelle begonnen. Seit 03.00 Uhr bestreiken die Piloten die Fernflüge der Fluggesellschaft. Wegen des Streiks, der bis Mitternacht dauert, annullierte Lufthansa am Donnerstag jeden zweiten Interkontinental-Abflug. Von den ursprünglich geplanten 72 Langstreckenabflügen in Frankfurt und München sollten noch 35 starten.

Die Flüge werden größtenteils mit Piloten besetzt, die sich freiwillig zum Dienst gemeldet haben. Kurz- und Mittelstreckenflüge sowie die Lufthansa-Tochter Germanwings sind nicht von der Arbeitsniederlegung betroffen.

AUA hilft erneut aus

Die AUA wird- wie zuletzt- der Lufthansa auch am Donnerstag wieder aushelfen. Auf sechs Flügen sollen wieder größere Flugzeuge eingesetzt werden sagte AUA-Sprecher Peter Thier am Mittwoch derAPA. Insgesamt sei der Donnerstag weniger kritisch, weil vorrangig der Frachtverkehr vom Streik betroffen sei, so der Sprecher. Weil aber auch der Passagierverkehr auf der Langstrecke betroffen sei, werde man einige Passagiere - es handle sich um rund 200 Sitzplätze - auf die AUA-Langstrecke umbuchen. Wenn z.B. ein Flug von Frankfurt nach New York gestrichen sei, dann könnten die betroffenen Passagiere aus Frankfurt über Wien nach New York fliegen.

Eine Übersicht der gestrichenenen Flüge finden Sie hier.

25 Mio. Euro Schaden täglich

Die Streiks der Flugkapitäne kommen der deutschen Wirtschaft nach einem Bericht der Bild-Zeitung (Donnerstag) teuer zu stehen. Alexander Schumann, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), erklärte, der Schaden könne sich nach einigen Streiktagen auf bis zu 25 Mio. Euro täglich belaufen.

Weitere Streiks möglich

Die Streikwelle der Lufthansa-Piloten läuft bereits seit April. Die mittlerweile neunte Streikrundeging erst am Dienstag zu Ende. Von rund 1.400 Flugausfällen waren laut Lufthansa 150.000 Passagiere betroffen. Cockpit kündigte an, nach den Streiks am Donnerstag seien weitere Arbeitsniederlegungen mit Ausnahme der Weihnachtsfeiertage möglich. Mit dem mittlerweile zehnten Streik in diesem Jahr kämpfen die Piloten für die Beibehaltung ihrer Frührente sowie gegen die Pläne der Konzernleitung,eine neue Billig-Linie zu schaffen.

Mit Billigflieger gegen Konkurrenz

Trotz der Streiks hatte die Lufthansa am Mittwoch einen massiven Ausbau ihres Billigangebots auf den Weg gebracht. Damit will der Konzern im harten Preiskampf anderen europäischen Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet die Stirn bieten. Der Aufsichtsrat des Unternehmens billigte am Mittwoch ein Konzept von Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Dabei setzt der Konzern komplett auf die Marke Eurowings. Die bereits bestehende Tochtergesellschaft erhält größere Flugzeuge und soll künftig kostengünstige Direktflüge sowohl innerhalb Europas als auch auf der Langstrecke anbieten.
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