Wirtschaft
12.12.2011

Letten stürmten Geldautomaten

Gerüchte über Probleme bei der Swedbank und anderen Banken in Lettland sorgten für panikartige Abhebungen.

Aus Angst vor Bankpleiten haben die Letten am Sonntag die Geldautomaten leergeräumt. Gerüchte über Probleme bei der Swedbank und anderen in Lettland aktiven schwedischen Banken sorgten für panikartige Abhebungen. Mehr als 10.000 Swedbank-Kunden hoben bis Montag Früh über 10 Mio. Lats (14,3 Mio. Euro) ab. Maris Mancinskis, dem Swedbank-Chef in Lettland zufolge waren zu Tagesbeginn am Montag 130 der rund 300 Swedbankautomaten ohne Scheine.

Grund für die Panik: Über den Kurz-Nachrichtendienst Twitter war verbreitet worden, dass die schwedischen Geldhäuser in eine Schieflage geraten seien. Derartige Gerüchte hatten bereits in der vergangenen Woche begonnen, zunächst habe das Management diese aber als "nicht allzu ernst" eingestuft. Die Swedbank habe keine Ahnung, woher die Gerüchte kämen. Die Position der Bank sei mehr als solide. Es sei nicht nötig, sich um die finanzielle Situation der Swedbank zu sorgen, erklärte die lettische Bankenaufsicht. Die Swedbank gehört in Europa zu den am besten kapitalisierten Finanzinstituten.

Der lettische Innenminister Rihards Kozlovskis vermutete indes, dass die Gerüchte nach einem "technischen Gebrechen" bei den automatischen Services der Swedbank entstanden sein könnten.

Swedbank

Die Swedbank und die SEB gehören ebenso wie die Danske Bank zu jenen skandinavischen Finanzinstituten, die den Markt im Baltikum beherrschen. Die Finanzkrise vor drei Jahren bescherte diesen Banken herbe Verluste. Auch in Dänemark geriet die Danske Bank am Montag ins Gerede, nachdem Spekulationen aufgetaucht waren, ob der Staat in der Lage sei, einen Zusammenbruch der Danske Bank zu bewältigen. Experten des US-Hedgefonds Luxor Capital kamen zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall wäre.

Probleme in der Bankenbranche haben in Lettland eine lange Geschichte. Jüngst musste die Bank Latvijas Krajbanka wegen Betrugsvorwürfen gegen die litauische Mutter geschlossen werden. Nach dem Zusammenbruch der Parex Bank 2008 war Lettland gezwungen, Hilfen des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Union zu beantragen.

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