Wirtschaft 23.01.2018

Leicht sinkende Renditen in der Immo-Branche

Gewerbeimmobilien brachten rund vier Prozent. © Bild: Getty Images/Mario Guti/IStockphoto.com

Vorschau auf 2018. Immer noch zu wenig Angebote für Investoren.

Es wurde etwas weniger. "Die erzielbaren Spitzenrenditen für Wiener Büroimmobilien sind im Jahresverlauf unter die vier Prozent Marke gefallen", heißt es in der Marktvorschau von CBRE, dem weltweit größten Dienstleisters für Gewerbeimmobilien. Die Renditen liegen damit "deutlich unter jenen des letzten Immobilienzyklus".

Büroimmobilien

Erwartet wird in diesem Bereich für 2018 eine weitere "leichte Renditekompression". Generell rechnen die Immoprofis mit "stabilen bis leicht sinkenden Renditen". Immerhin noch 4,45 Prozent gab es zu Jahresende für Büroimmobilien in guten Lagen außerhalb der Wiener Innenstadt und in Bestlagen der Landeshauptstädte.

Sinkende oder stagnierende Renditen bedeuten allerdings keineswegs ein Ende der Nachfrage nach Immobilien. Auch wenn der Rekordwert für Investitionen in Gewerbeimmobilien vom Vorjahr nicht wiederholt werden wird. CBRE nennt als Grund dafür die "limitierte Produktverfügbarkeit im Jahr 2018". Die Investoren würden zwar weiterhin gerne kaufen, aber es fehlen die für sie interessanten Objekte.

Das ist nicht nur in Österreich so, sondern auch in Deutschland. Daher versuchen deutsche Investoren verstärkt am österreichischen Markt Immobilien einzukaufen. Laut CBRE kommen 52 Prozent der Investoren aus Deutschland, nur 31 Prozent aus Österreich und 17 Prozent aus anderen Staaten.

Wegen des verglichen mit der Nachfrage geringen Angebots wird sich die "Investmentaktivität auf Wiener Randlagen und Landeshauptstädte sowie auf Immobilien mit erhöhtem Managementaufwand konzentrieren", heißt es in der Marktvorschau der CBRE.

Negativzinsen

Die Nachfrage am Immobilienmarkt wird sich erst ändern, wenn die Zinsen deutlich steigen. Bislang hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer Geldpolitik für sehr niedrige Zinsen gesorgt. Österreich verlangt für kurzfristige Staatsanleihen Negativzinsen. Der Investor bekommt weniger zurück als er der Republik geborgt hat. Für eine zehnjährige Anleihe wiederum zahlt die Republik zwischen 0,6 und 0,7 Prozent Zinsen. Das ist deutlich weniger als die gesunkenen Renditen bei Immobiliengeschäften.

( kurier.at ) Erstellt am 23.01.2018