
© APA
Lehrlingssystem als Exportgut
VW möchte zukünftig Fachkräfte selbst ausbilden und beginnt, ein in den USA bisher unbekanntes Lehrlingsmodell umzusetzen.
Facharbeitermangel in US-Dimension: VW musste seine 2000 Beschäftigten für das neue Werk in Chattanooga/Tennessee mühsam unter 85.000 Bewerbern aussieben. Zwecks Um- und Nachschulung der örtlichen Arbeitskräfte wurden eigens 200 deutsche Ingenieure ins Land geholt.
Für Niederlassungen im Südwesten der USA ist das Personal der größte Unsicherheitsfaktor, heißt es. Viele ehemalige Arbeiter aus der Schwerindustrie sind schlecht bzw. falsch qualifiziert. Die Loyalität zum Betrieb ist gering, die Fluktuation - vor allem bei geringer Entlohnung - extrem hoch. Dazu kommt: Das in Österreich und Deutschland etablierte duale Ausbildungssystem (Lehre) ist hier ein Fremdwort. VW begann daher kurzerhand, sich selbst den Nachwuchs auszubilden und eröffnete in Kooperation mit der Stadt eine eigene Lehrlings- und eine Weiterbildungsakademie. "20 Lehrlinge haben im Mai begonnen, 18 sind immer noch da", erzählt Werkssprecher Günther Scherelis stolz. Auch andere Betriebe wollen jetzt Lehrlinge ausbilden.
Ganz anders ist die Personalsituation in Ontario/Kanada. 62 Prozent der durch die Zuwanderung relativ jungen Bevölkerung haben einen höheren Abschluss, viele davon im technischen Bereich. Es gibt 30 autospezifische Forschungszentren, die eng mit Betrieben vernetzt sind - oft sogar am selben Standort. "Nach dem Motto studieren und arbeiten müssen bei uns 20 Prozent der Ausbildung bei Industriepartnern absolviert werden", sagt Ross McKenzie vom Waterloo Center for Automotive Research.
-
Hauptartikel
-
Hintergrund