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Übernahme
08/01/2013

Lebensmittelproduzent Spitz kauft Auer-Blaschke

Der Tortenecken-, Baumstamm- und Kokuskuppel-Produzent ist wieder in österreichischer Hand.

von Simone Hoepke

Der Tortenecken-, Baumstamm- und Kokoskuppel-Produzent Auer-Blaschke ist wieder in österreichischer Hand. Das Familienunternehmen Spitz mit Sitz in Attnang-Puchheim hat das Unternehmen per 1. August von der niederländischen Bäckereigruppe Continental Bakeries übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

1997 hatte Continental Bakeries Auer-Blaschke übernommen, seit Jahren sollen die Niederländer auf der Suche nach einem Käufer gewesen sein. Jetzt wurden sie in Attnang-Puchheim fündig. „Wir haben die komplette Firma mit dem Standort in Spillern und den 60 Mitarbeitern übernommen“, erklärt Spitz-Geschäftsführer Josef Mayer im KURIER-Gespräch. Zuletzt hatte Auer-Blaschke einen Jahresumsatz von 7,6 Millionen Euro. Nach einer einjährigen Umbauphase rechnet Mayer mit jährlichen Umsatzzuwächsen von rund zehn Prozent. Potenzial sieht Mayer vor allem in Deutschland, der Schweiz, Oberitalien, Slowenien, Kroatien und Ungarn. „Da haben wir eine starke Vertriebsorganisation und können Auer-Blaschke gut miteinbeziehen.“

Veraltete Anlagen

Zunächst wird ein einstelliger Millionenbetrag in die teils veralteten Anlagen in Spillern – seit 1921 Produktionsort der Kokoskuppeln – investiert. Was das für die Beschäftigten bedeutet, ist noch offen. „Die Mitarbeiterzahl ist nicht in Stein gemeißelt. Sie kann steigen oder sinken“, so Mayer.

Spitz hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 256 Millionen Euro umgesetzt, rund zwei Drittel davon mit Getränken. Bekannt ist Spitz vor allem für seine Fruchtsäfte (unter anderem Goal) und Limonaden. Die Palette reicht aber von der 2007 übernommenen Mineralwassermarke Gasteiner über die Abfüllung von Bier, Wein und Spirituosen bis hin zu Energydrinks – unter anderem unter der Marke PowerHorse, aber auch unter den Eigenmarken der Handelsketten Hofer oder Spar. Mit Power Horse ist das Unternehmen laut eigenen Angaben vor allem im arabischen Raum und am afrikanischen Markt erfolgreich. Der zweitgrößte Umsatzbringer sind Back- und Süßwaren – von Brot über Biskotten bis zu Kuchen und Waffeln – mit rund 60 Millionen Euro Jahresumsatz. Waffeln aus dem Hause Spitz werden – wenn auch nur in kleinen Mengen – bis nach Japan und in die USA geliefert.

An der Marke Auer will Spitz festhalten und das Angebot im Waffelbereich ausbauen. Derzeit wird etwa ein Fünftel der Auer-Blaschke-Produktion exportiert, „in fünf Jahren sollen es 50 Prozent sein“, hat sich Mayer – der seit rund 3,5 Jahren in der Geschäftsführung des Unternehmens ist – hohe Ziele gesteckt.

Der kleinste Geschäftszweig von Spitz ist die Sparte „Süß & Sauer“, in der unter anderem Senf und Ketchup, Essig oder Marmeladen produziert werden.

Handelsmarken

Spitz hat sich vor allem als Eigenmarkenhersteller für Lebensmittelhändler – in Österreich vor allem Hofer – einen Namen gemacht. Rund 70 Prozent der Spitz-Produktion wird nicht unter der Marke Spitz verkauft. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen seinen Kundenstock im In- und Ausland ausgebaut. Die Exportquote liegt aktuell knapp unter 50 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 640 Mitarbeiter.

Auer-Blaschke

Blaschke wurde 1902 als Bäckerei gegründet und stellt seit 1921 nach dem immer gleichen Rezept die Original Blaschke Kokoskuppel her. 1997 schloss sich Blaschke mit der Firma Auer zusammen. Auer, gegründet 1920, ist vor allem für die Auer Tortenecken und Baumstämme bekannt, hat aber ein breites Waffelsortiment aufgebaut. 1997 ging Auer-Blaschke an Continental Bakeries. Günter Auer, Sohn des Gründers der Firma Auer und langjähriger Firmenchef, betreibt heute in Traiskirchen ein Süßwaren-Outlet (Auer Sweet Outlet).

Hersteller Spitz

Säfte Spitz ist für Säfte und Limonaden bekannt. Aber auch die Mineralwassermarke Gasteiner gehört Spitz. Zudem werden Bier, Weine und Spirituosen abgefüllt.

Standbeine Spitz produziert weiters Brot, Kuchen, Rouladen oder Biskotten, aber auch Marmeladen, Senf und Ketchup.

Ausfuhren Die Hälfte der Produktion wird exportiert.

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