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06/24/2018

„Private Vorsorge ist dringend notwendig“

Robert Lasshofer, Generaldirektor der Wiener Städtischen, über gefährliche Versorgungslücken.

Das österreichische Sozialsystem ist gut, aber die Kosten sind für den Staat fast nicht mehr zu stemmen. Doch was bringt die Zukunft? Robert Lasshofer, Generaldirektor der Wiener Städtischen, spricht im Interview über unterschätzte Risiken, Versorgungslücken der Österreicher und die richtige Vorsorgestrategie.

Das heimische Sozialsystem kommt an seine Grenzen. Der große Umbau hat bereits begonnen. Wird das aus Ihrer Sicht in letzter Konsequenz ein Mehr an Eigenverantwortung für die Bürger bedeuten?

Robert Lasshofer: Wir haben ein, im internationalen Vergleich, sehr leistungsfähiges Sozialversicherungssystem. Allerdings stößt dieses an seine finanziellen Grenzen, weshalb eine ergänzende, private Versicherung – ob für die Alters-, Gesundheits- oder Unfallvorsorge, dringend notwendig ist. Dass die Versorgungslücken nicht kleiner werden, zeichnet sich bereits ab.

Welche Gefahren unterschätzen die Österreicher Ihrer Meinung nach am häufigsten?

Pflege ist das dominierende gesellschaftspolitische Thema und zugleich das meist verdrängte. Wer möchte sich schon gern freiwillig mit der eigenen Pflegebedürftigkeit auseinandersetzen? Dass es zu einem finanziellen Engpass kommen wird, verdeutlichen die Zahlen: Knapp 455.000 Personen beziehen derzeit in Österreich Pflegegeld. Für 2050 werden rund 746.000 Betroffene prognostiziert. Unterschätzt werden aber auch die finanziellen Lücken im Alter. Viele gehen davon aus, dass die staatliche Pension für das Leben im Alter reichen wird, doch durch die Pensionsreformen sinken die Leistungen des Staates.

"Pflege ist das dominierende gesellschaftspolitische Thema und auch das meist verdrängte."

 

Robert Lasshofer, Generaldirektor Wiener Städtische

Die vorherige Bundesregierung hat den Pflegeregress abgeschafft. Wozu also noch privat für die Pflege vorsorgen?

Seit 1.1.2018 darf nur mehr auf das Einkommen des Pflegebedürftigen selbst zugegriffen werden. Ein allfälliger Fehlbetrag muss nun von den Bundesländern, also von der öffentlichen Hand, gezahlt werden. Das ist eine große Erleichterung für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Dabei darf man aber nicht übersehen, dass diese Regelung nur greift, wenn die Pflege stationär erfolgt. Das betrifft nur rund zehn Prozent aller Pflegefälle – rund 40.000 Personen – in Österreich. Der große Rest muss weiterhin privat dazuzahlen. Hier kann nur eine private Pflegeversicherung Abhilfe schaffen. Leider denken sehr viele erst dann an eine private Vorsorge, wenn sie einen Pflegefall in der Familie haben.

Es wird immer wieder behauptet, das Pensionssystem ist sicher und es wird immer eine staatliche Rente geben. Sehen Sie das auch so?

Die staatliche Pension wird es als Basis weiterhin geben. Allerdings sinken die Nettoersatzraten, also die Pensionszahlungen im Vergleich zum Letztgehalt – und sie werden weiter sinken. Abzulesen ist das auch am Pensionskonto, das alle Österreicherinnen und Österreicher seit 2014 einsehen können. Der Blick darauf ist erhellend: So liegt die Gutschrift eines 60-jährigen Mannes bei durchschnittlich 1290 Euro brutto im Monat, bei einer 60-jährigen Frau nur bei der Hälfte. Und ein 45-Jähriger hat aktuell im Schnitt 822 Euro angesammelt, eine gleichaltrige Frau verfügt über 603 Euro. Angesichts dieser Zahlen ist private Vorsorge unbedingt nötig, um den Lebensstandard im Alter halten zu können.

Die klassische Lebensversicherung bietet nur noch 0,5 Prozent Garantiezins. Lohnt es sich überhaupt noch so eine Polizze abzuschließen?

Das Besondere an der klassischen Lebensversicherung ist, dass sie keine Schwankungen aufweist und somit sehr sicher ist. Die finanzielle Absicherung durch die steigende Lebenserwartung kann ausschließlich die Lebensversicherung übernehmen. Fonds- und andere Bankprodukte können dagegen nur das angesparte Kapital verbrauchen. Ich vergleiche daher die Altersvorsorge gerne mit einem Fußballspiel, auch dieses besteht aus zwei Spielhälften: Entscheidend für den Ausgang ist die zweite Spielhälfte, also die Auszahlungsphase, denn das Risiko, länger zu leben als das angesparte Geld reicht, wird deutlich unterschätzt.

"Die staatliche Pension wird es auch weiterhin geben. Allerdings sinkt die Pensionshöhe."

 

Robert Lasshofer, Generaldirektor Wiener Städtische

Welche Alternativen zur klassischen Lebensversicherung bieten Sie an?

Die klassische Lebensversicherung wird weiterhin eine bedeutende Rolle spielen, weil sie stabile Erträge liefert und viele Risiken abdecken kann. Als Basis empfehlen wir die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge, die als einziges Vorsorgeprodukt neben steuerlichen Vorteilen auch eine staatliche Förderung bietet. Vor allem Jüngere wählen diese Variante, auch weil man schon ab 25 Euro monatlich ansparen kann. Die fondsgebundene Lebensversicherung ist vor allem für jene geeignet, die höhere Ertragschancen suchen. Dabei steigt natürlich auch das Risiko, weil man stärker den Schwankungen an den Finanzmärkten ausgesetzt ist. Wir bieten seit längerem eine Kombination aus beiden Produkte an, die die Vorteile der klassischen und fondsgebundenen Lebensversicherung vereint.

Auch die medizinische Versorgung in Österreich ist gut. Warum sollte man auch für seine Gesundheit privat vorsorgen?

Gesundheit ist unser kostbarstes Gut und diesen Stellenwert sollte sie auch haben. Die Gesundheitsvorsorge tritt immer mehr in den Mittelpunkt. Jeder will seine Gesundheit gut versichert wissen. Viele wollen jedoch mehr als nur die gesetzliche Krankenversicherung, zum Beispiel ein Einbettzimmer im Krankenhaus, einen raschen Termin bei einem Wahlarzt oder attraktive Angebote zur Gesundheitsprävention. Die Wiener Städtische verzeichnet schon seit einigen Jahren ein hohes Wachstum in der Krankenversicherung. Ich bin der festen Überzeugung, dass das in den nächsten Jahren auch so bleiben wird.

"Viele Österreicher wollen mehr als nur die gesetzliche Krankenversicherung."

 

Robert Lasshofer, Generaldirektor Wiener Städtische

Was sind die größten Fehler, die Versicherte leider immer wieder begehen und wie lassen sich diese vermeiden?

Oftmals wird zu spät mit der privaten Vorsorge begonnen. Damit die Kapitalstöcke ausreichend gefüllt sind, sollte man so früh wie möglich starten. Das hat auch den Vorteil, dass bereits mit relativ niedrigen Prämien eine solide Gesundheits- und Pflegevorsorge abgeschlossen oder fürs Alter vorgesorgt werden kann. Und manche stornieren ihre Vorsorgeverträge, weil sie sich etwa lieber ein neues Handy gönnen wollen – das ist ein weiterer Fehler. Wir empfehlen grundsätzlich die Verträge durch zu sparen, damit für den Fall der Fälle wirklich genügend Kapital angesammelt werden kann.

Wie lässt sich auch mit kleinem Geld vorsorgen bzw. welche Risiken sollte man hier in den Vordergrund rücken?

Man sollte mit seinem Berater die jeweilige Lebenssituation analysieren und die Absicherung darauf aufbauen. Eine private Unfallversicherung, eine solide Altersvorsorge sowie eine private Gesundheitsvorsorge sind als Basis für jeden zu empfehlen. Und hat man Kinder, dann sollte man sich auf jeden Fall rechtzeitig um einen umfassenden Familien-Schutz kümmern.

Zur Person:

 

Robert Lasshofer startete seine berufliche Laufbahn 1963 in der Bank Austria, wo er auch für die Union Versicherung tätig war. Ab 1993 fungierte er als Geschäftsführer eines Finanzvertriebsunternehmens. 1998 wurde er in den Vorstand der Donau Versicherung berufen. 1999 wurde er Vorstandsmitglied der Wiener Städtischen. Mit Oktober 2007 wurde ihm der Titel "Generaldirektor-Stellvertreter" verliehen. Seit 3. August 2010 leitet er die Wiener Städtische als Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor.