Wirtschaft 05.12.2011

Laudas Kapperl-Sponsor bleibt in Haft

© Bild: KURIER/Bissuti

Money-Service-Gründer Seidl bezahlte nicht einmal die Gehälter seiner Yacht-Crew.

Michael Seidl, Gründer der Liechtensteiner Finanzgesellschaft Money Service Group, "sitzt" weiter: Die Staatsanwaltschaft St. Gallen/Schweiz verhängte am Freitag Untersuchungshaft. Angaben über eine Haftdauer gab es nicht, die Untersuchungen gegen Seidl könnten aber "einige Zeit in Anspruch nehmen".

Vorgeworfen wird ihm jedenfalls Betrug und eventuell Veruntreuung von Anlegergeldern - für Seidl gilt die Unschuldsvermutung. Zu seinen Kunden zählten reiche sowie prominente Investoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. In der Schweiz liegen bereits Anzeigen gegen Seidl vor. In Österreich prüft Niki Lauda gerichtliche Schritte, nachdem ihm die Money Service Group noch Sponsorgelder für sein Kapperl schuldet.

Völlig unklar ist derzeit noch, ob und wohin die Anlegergelder, die Seidl über seine diversen Firmen eingesammelt hat, verschwunden sind. Seidls Hermes Invest und die Samiv AG sind bereits in Liquidation. Die MS Invest AG, mit der er am deutschen Markt auftrat, hat seit Monatsbeginn keine Zulassung mehr, wie bei der Deutsche Bundesaufsicht für Banken zu erfahren war.

Sicher ist, dass Seidl auf großem Fuß gelebt hat. Mit seinem Unternehmen, das laut seinen eigenen Aussagen nur 30 Millionen Euro in Fonds eingesammelt hatte, gab er sich nicht nur als Großsponsor von Laudas Kapperl, sondern auch des Hahnenkammrennens und des Formel-1-Rennstalls Toro Rosso.

Luxusyacht

Privat prahlte er mit einer 25 Meter langen Bandido 75-Yacht, die er "My Sunny" taufte. Dass ihm die Yacht gar nicht gehörte, verschwieg er lieber. Sie war von der deutschen AKF-Bank geleast, die nun versucht, das Schiff zu verwerten. Denn dem Vernehmen nach blieb Seidl auch einige Leasing-Raten schuldig.

Schuldig blieb der 40-Jährige, der aus einer betuchten bayerischen Industriellenfamilie stammt, sogar die Gehälter seiner Crew auf der Yacht. Seit Monaten haben diese Mitarbeiter kein Geld mehr bekommen, obwohl es sich "nur" um einige tausend Euro handelt. Seidl verstand es, die Crew wochenlang zu beruhigen und von "Irrtümern der Bank bei Überweisung" zu reden.

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Erstellt am 05.12.2011