Wirtschaft 24.12.2012

"Kunde hält mehr Cash als nötig"

Franz Witt Döring, Schoelelrbank © Bild: KURIER/schraml wilhelm

Die zur Bank Austria gehörende Schoellerbank will ihre Kunden von Aktien überzeugen.

Die zur Bank Austria (BA) gehörende Schoellerbank möchte ihre Kunden verstärkt über die Vorteile von Aktien aufklären. „Der Großteil der Kunden hält mehr Cash als nötig“, sagt Vorstandschef Franz Witt-Dörring. Und ein Teil habe sehr stark in Immobilien investiert und dabei sämtliche Gedanken an Immobilienblasen, laufende Kosten und nötige Investitionen verdrängt. „Wir sind für Diversifikation, aber im Rahmen“, stellt Witt-Döring klar.

Für ihn haben Aktien in der Veranlagung derzeit Vorrang. „Die vergangenen Jahre waren schwierig, aber jetzt gibt es am Geldmarkt und bei Anleihen niedrige Renditen.“ Aktien hingegen würden sich weiter gut entwickeln und seien noch nicht zu teuer. Wichtig sei aber, nur in ausgewählte Werte zu investieren (Stock Picking).

Die Schoellerbank hat im zu Ende gehenden Jahr das verwaltete Vermögen um eine Milliarde auf 8,5 Milliarden Euro gesteigert. Der Gewinn werde ähnlich hoch ausfallen wie im Vorjahr (15,3 Mio. Euro). An österreichweit 13 Standorten werden 23.000 Kunden betreut.

„Die Schoellerbank ist eine klassische Zweitbank für Private-Banking-Kunden“, sagt Witt-Döring. Eine Zusammenarbeit mit der Private-Banking-Sparte der BA gebe es in Bereichen, wo es Sinn macht, etwa im Geschäftsfeld Osteuropa. Schoellerbank-Filialen seien dort weiterhin kein Thema. Eigenständig sei die Privatbank jedoch beispielsweise bei der EDV. Somit war sie auch nicht von den jüngsten IT-Problemen der BA betroffen.

Verdrängung

Witt-Döring ortet einen Verdrängungswettbewerb beim Private Banking in Österreich. „Manche kleine Anbieter wird es in einigen Jahren nicht mehr geben.“ Bei der BA entscheide der Kunde nach Sympathie, welche der beiden Marken er wählt, meint Witt-Döring. „Wir stehen nicht im Wettbewerb mit der Bank Austria, sondern mit allen anderen Anbietern.“ An eine Fusion mit dem Private Banking der BA glaubt er nicht. „Ich bin sicher nicht der letzte Vorstandsvorsitzende.“

Erstellt am 24.12.2012