Konkurrenz aus dem Netz wächst: Erste Group muss weiter sparen

Erste Group Bank CEO Treichl adresses a news confe
Foto: REUTERS/HEINZ-PETER BADER Andreas Treichl,  Chef der Erste Group will Kosten weiter drücken

Die Erste Group hat heuer zwar weniger verdient, Aktionäre sollen dennoch mehr bekommen.

Die Erste Group hat in Österreich und mit ihren Tochterbanken in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Kroatien im ersten Halbjahr 2017 weniger Gewinn eingefahren. Die extrem niedrigen Zinsen und zu geringe Kostensenkungen drückten das Ergebnis.

Dass der Nettogewinn um fast ein Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken ist, liegt allerdings an einem Sondereffekt: In den ersten sechs Monaten 2016 brachte der Verkauf der Visa-Beteiligungen den Halbjahresgewinn auf ein Rekordhoch.

Die Aktionäre sollte der Gewinnrückgang aber nicht negativ berühren. Sie sollen "zwischen einem und 1,20 Euro je Aktie" erhalten, lautet die Prognose des Vorstands. Für 2016 gab es einen Euro je Aktie. Grundsätzlich gab sich Erste-Group-Chef Andreas Treichl mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. Die Bank spüre, dass sich die Konjunktur in all ihren Märkten erhole. Die Kreditnachfrage steige.

Auch die Risikovorsorgen hätten sich gut entwickelt, wäre da nicht ein Insolvenzfall in Kroatien dazwischen gekommen. Insgesamt 104,3 Millionen Euro musste die Erste für faule Kredite zur Seite legen, davon 88 Millionen Euro für eine Forderung an den kroatischen Mischkonzern Agrokor, der seit dem Frühjahr unter Aufsicht des Staates steht.

Unzufrieden ist Treichl mit den Aufwendungen der Bank. Die Kosten/Ertagsrelation sei im ersten Halbjahr bei 60,8 Prozent gelegen. Sie müsse in Richtung 55 Prozent gedrückt werden. Digitalisierung in der Abwicklung der Bankgeschäfte soll beim Senken der Kosten helfen.

Teure Filialen

Noch schlechter bei den Kosten lägen die Sparkassen mit ihrem aufwendigen Filialnetz. Deren Kosten/Ertrags-Verhältnis betrage 70 Prozent.

Befeuert wird der Kostendruck von der Konkurrenz aus dem Internet, die Billigkonten und -zahlungsverkehr anbietet. Treichl fürchtet allerdings die "vielen, kleinen Fintechs" nicht. "Das Bankgeschäft können wir einfach besser", ist er überzeugt. Was dem Erste-Group-Chef Sorgen macht, sind "die großen Internet-Player". Wenn sie Zahlungsverkehr und andere Bankdienste anbieten, ohne die Regeln der Banken befolgen zu müssen, werde es schwierig.

(kurier) Erstellt am
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