Rückläufige Exporte bremsen das Wachstum und lassen die heimische Wirtschaft stagnieren

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Stagnation
10/30/2014

Österreichs Wirtschaft war auf Sommerpause

Nach einem schwachen Frühjahr kam das Wachstum im Sommer zum Stillstand.

von Franz Jandrasits

Der Befund des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) fällt alarmierend aus: Das Wachstum in Österreich ist zum Stillstand gekommen. Die heimische Wirtschaft hat gegenüber dem Sommer-Quartal überhaupt nicht mehr zugelegt, das Wachstum im Frühjahr wurde gegenüber dem 1. Quartal 2014 nachträglich auf 0,1 Prozent halbiert. Zuletzt hatte die Wirtschaft Ende 2012, Anfang 2013 stagniert.

Hauptschuld an der Stagnation sind fehlende Investitionen und rückläufige Exporte. Die Anlageninvestitionen schrumpften von Juli bis Ende September um 1,1 Prozent, die Bauinvestitionen um 1,7 Prozent. Und die Ausfuhren gingen im 3. Quartal um 1,3 Prozent zurück.

Kaum Wachstumsimpulse kommen vom privaten Konsum, er stieg vom 2. aufs 3. Quartal nur um magere 0,2 Prozent.

Industrie baut Jobs ab

Bei der heimischen Industrie geht es bereits abwärts. Wegen fehlender Aufträge sank laut Einkaufsmanager-Index der Bank Austria im Oktober die Produktion bereits das zweite Monat in Folge. Die heimische Industrie musste, so Bank-Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer, im Vormonat die stärksten Auftragseinbußen seit zwei Jahren verzeichnen. Die Auslandsaufträge gingen im Oktober den zweiten Monat in Folge zurück, die Inlands-Bestellungen sanken allerdings noch stärker. Für die Exporte sieht Bruckbauer für die kommenden Monate nicht so schwarz: Sie werden von der Abschwächung des Euro gegenüber dem Dollar etwas gestützt.

Allerdings drückt die Ukraine-Krise weiter auf die europäische Konjunktur und die Exporte. In der Ukraine selbst geht es wirtschaftlich steil bergab: Im 3. Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 5,1 Prozent. Für das Gesamtjahr befürchtet die Weltbank ein Minus von 8 Prozent.

Schub in den USA

Die US-Wirtschaft dagegen boomt. Sie wuchs im 3. Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,5 Prozent überraschend stark. Im 2. Quartal hatte es 4,6 Prozent Wachstum gegeben. Für das Gesamtjahr erwarten die Ökonomen 2,2 Prozent Wachstum.

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