Wirtschaft
12.04.2017

Kollege Roboter: Diese Jobs fallen wirklich weg

Digitalisierung gefährdet maximal 360.000 Jobs in Österreich - und es kommen auch welche dazu.

Seit Jahren schrecken dramatische Studien zum Thema Digitalisierung auf: Jeder zweite Job werde künftig wegfallen und von Robotern ersetzt - so oder ähnlich die Devise. Jetzt beruhigt das Institut für Höhere Studien (IHS), das extra für Österreich eine erste umfassende Analyse vorgenommen hat.

Das Fazit: Die "Schreckgespenste" (IHS-Direktor Martin Kocher) können zurück in die Geisterbahn gebracht werden, es wird so schlimm nicht kommen. Die IHS-Experten haben ermittelt, dass maximal 9 Prozent der Jobs in Österreich mittel- oder langfristig bedroht sind. Und das auch nur, wenn die Automatisierungspotenziale voll ausgeschöpft werden.

Und: Es werden durch die sogenannte vierte industrielle Revolution neue Jobs entstehen. Welche und wieviele hat die Studie aber nicht ermittelt - das lasse sich auch schwierig prognostizieren.

Per Saldo positiv?

Unterm Strich könnte also sogar ein Plus an Arbeitsplätzen stehen, ähnlich wie es durch die technologische Innovation der Personal Computer (Heim-PC) der Fall gewesen sei, sagte Kocher am Mittwoch.

Entwarnung für den Arbeitsmarkt geben will Kocher aber auch nicht. Denn die gefährdeten 360.000 Arbeitsplätze betreffen zu zwei Dritteln Menschen, die maximal Pflichtschulabschluss haben. "Sie werden permanent und noch stärker als bisher Schwierigkeiten haben", warnt der Forscher.

Wer ist bedroht, wer nicht

Die größte Gefährdung geht laut IHS-Studie von Robotern und digitalen Helferlein für Hilfsarbeiter am Bau oder im Bergbau aus (für 37 Prozent beträgt die Automatisierung 70 Prozent oder mehr). Ebenfalls bedroht: Reinigungspersonal (30,4 Prozent), Montageberufe (31,1 Prozent) und Metallarbeiter und Mechaniker (22,7 Prozent). Auch bei Handwerkern könnte je nach Tätigkeit ungefähr jeder fünfte oder sechste Job durch Automaten ersetzt werden.

Eher auf der sicheren Seite sind Führungskräfte, Techniker und akademische Berufe wie Lehrer oder Jurist. Allerdings gilt auch für diese Berufe: "Die Arbeitsprozesse werden sich verändern, auch wenn die Jobs nicht wegfallen", betont IHS-Studienautorin Gerlinde Titelbach. So könnten Computer Rechtstexte viel rascher durchforsten; eine Routine-Tätigkeit, die bisher von Menschen gemacht werden musste.