Wirtschaft 05.12.2011

Klimawandel in Österreichs Unternehmen

© Bild: HANS PUNZ/DAPD

Für viele Unternehmen ist Klimaschutz nach wie vor ein Fremdwort. Doch das Bewusstsein für die Problematik steigt.

Nahezu die Hälfte der CO2-Emissionen in Österreich geht auf die Sektoren Industrie, Gewerbe und Energieaufbringung zurück. Für viele Unternehmen ist Klimaschutz nach wie vor ein Fremdwort. Doch immerhin, das Bewusstsein für diese Problematik steigt, wie eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens KPMG im Auftrag vom WWF zeigt.

"In Zukunft werden all jene Unternehmen, die den Klimawandel ignorieren, im Wettbewerb unter die Räder kommen", sagt KPMG-Geschäftsführer Bernhard Klingler. Wenn sie dann womöglich doch einmal aufwachen, sei es zu spät, der Abstand zu den Klima-Vorreitern zu groß. "Die nötigen Investitionen sind dann unleistbar."

Laut Studie sehen viele der 144 befragten Unternehmen den Klimaschutz durchaus als Chance. Vor allem die Steigerung der Innovationsfähigkeit, neue Geschäftsfelder und die Zunahme der Wettbewerbsfähigkeit werden häufig genannt. Fast 90 Prozent befürworten sogar strengere Klimaschutzziele in der EU.

Doch gleichzeitig steigt auch der Klima-Pessimismus. 20 Prozent erwarten mit Sicherheit negative Auswirkungen auf ihren Betrieb durch die Folgen des Klimawandels - das entspricht einer Verdoppelung zum Vorjahr. Als Risiken werden steigende technologische Anforderungen, die Zunahme von Regulierungen und niedrigere Profitabilität genannt.

Als Grund, warum der Pessimismus zunimmt, führt Hans Lanzinger, Geschäftsführer des Vorarlberger Getränkeherstellers Pfanner, die Omnipräsenz des Themas ins Treffen. "Bei jeder Branchentagung gibt es zumindest eine Diskussionsrunde zum Klimaschutz."

Pfanner selbst sei bereits früh aufgewacht und beschäftige sich schon 15 Jahre mit dem Thema. "Der Klimawandel hat starke Auswirkungen auf unser Geschäft." Werde er nicht gestoppt, könne Pfanner die Früchte für seine Säfte nicht mehr aus jenen Regionen beziehen, wo sie derzeit angebaut werden. Deshalb sei man auch der WWF-Climate Group, einer Plattform heimischer Klima-Vorreiter, beigetreten.

Erstellt am 05.12.2011