Wirtschaft 11.12.2011

Klima-Gipfel droht im Chaos zu versinken

Die Welt-Klimakonferenz wird zum sinnlosen Sitzungsmarathon. Viele Staaten weigern sich verbindlichen Reduktionen zuzustimmen.

Verhandlungen die ganze Nacht hindurch, und dennoch gab es auch am Folgetag bis Mitternacht kein Ergebnis: Die Klima-Konferenz in Durban droht am Sonntag im Chaos zu enden. Die ersten Delegationen reisten bereits ab. Immerhin war für Freitag das Ende der Konferenz geplant gewesen.

Ein erstes Kompromisspapier der südafrikanischen Präsidentschaft über ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kioto-Klimaziel wurde von den Teilnehmern als völlig unzureichend zurückgewiesen. Die Vorschläge enthielten keinerlei verbindliche Regelungen. Das überarbeitete Papier sah dann etwas besser aus. Es enthielt zumindest Sätze wie „die Treibhausgas-Emissionen sollen bis 2050 um 50 bis 85 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken und bis 2020 schon um 30 bis 50 Prozent“.

Widerstand

Allerdings schlugen die Südafrikaner auch vor, dass die Industrieländer je nach Höhe ihrer Militärausgaben in den Welt-Klimafonds für die Entwicklungsländer einzahlen sollten. Das würden die USA nie akzeptieren, betonten Teilnehmer der Konferenz. Von Indien kam gleich gar kein positiver Vorschlag zur Rettung des Welt-Klimas und China legte nur sehr vage Bedingungen für eine eventuelle Zustimmung zu einem Kompromiss vor.

Umweltminister Niki Berlakovich hat am Samstag dennoch nicht alle Hoffnungen auf eine Einigung aufgegeben. „Wir bleiben am Verhandlungstisch und machen weiter Druck“, betonte er im KURIER-Gespräch. Die EU sei aber bisher die einzige Region der Welt, die ein substanzielles Angebot für den Klimaschutz vorgelegt hat. Sie will die im Kioto-Abkommen festgelegten Reduktionen von Treibhausgasen über das Jahr 2012 hinaus weiterführen, falls sich die anderen Delegierten auf einen klaren Weg zum Klimaschutz bis 2020 verpflichteten.

Lebensgrundlage

Bei den Vertretern der Inselstaaten und der ärmsten Länder der Welt kam angesichts der Patt-Stellung in den Verhandlungen zusehend Panik auf. Ein weiterer Anstieg der Temperatur auf der Welt hätte für diese Länder gravierend negative Auswirkungen. Die Inseln befürchten wegen des erwarteten Anstiegs des Meeresspiegels von der Landkarte zu verschwinden. Die armen Länder in den heißen Regionen wiederum haben Angst, dass die ohnehin wenig fruchtbaren Böden ihrer Heimat völlig austrocknen. Sie würden dann gänzlich ihrer Lebensgrundlage beraubt.

Die wichtigen Verhandler in DurbanUSA und China – ließen sich davon nicht beeindrucken. Sie tendierten auch in der Nacht zum Sonntag dazu, die Debatte an die Untergremien zurückzugeben und höchstens kleine Details zu beschließen. Die Klima-Gespräche blieben dann in der Endlos-Schleife hängen.

( Kurier ) Erstellt am 11.12.2011