© APA/HERBERT PFARRHOFER

Baumarkt
04/15/2014

Kein Schließungsprogramm bei bauMax

Der neue Sanierer der Baumarktkette will trotzdem bis 2016 ein "kerngesundes Unternehmen" haben.

Nach den turbulenten Tagen rund um den abgeblasenen Verkauf der Essl-Kunstsammlung, hat sich nun erstmals der seit März amtierende bauMax-Vorstandschef Michael Hürter zu Wort gemeldet. Es gebe sowohl für Österreich, als auch für Tschechien, Ungarn und die Slowakei kein Schließungsprogramm, sagte Hürter der Austria Presse Agentur.

Auch aus der Türkei will sich bauMax nicht komplett zurückziehen, das sei falsch kommuniziert worden. "Die Türkei ist Bestandteil der Entscheidung Ende April/Anfang Mai. Wir haben ein ganz massives Kosteneinsparprogramm mit veränderten Öffnungszeiten und kleineren Sortimenten." Eine Überarbeitung des Sortiments habe bereits stattgefunden, die Kooperation mit Hellwegkönnte neue Eigenmarken bringen.

Zur laufenden Diskussion der Banken mit der Eigentümerfamilie Essl zu einem Schuldenschnitt wollte Hürter kein Statement abgeben. Der Gesamtschuldenstand der Baumarktkette liegt bei rund einer Milliarde Euro, davon 350 Mio. Euro Betriebsmittelkredite und 650 Mio. Euro besicherte Immobilienkredite (Hypothekarkredite). Die kolportierten CEE-Garantien in Höhe von rund 400 Mio. Euro stellte der Sanierer in Abrede: "Diese Zahl ist mir unbekannt."

Zyklischer Tiefpunkt überwunden

Hürters Ziele sind durchaus ambitioniert: "Wir wollen 2016 ein kerngesundes Unternehmen haben." bauMax sei 37 Jahre am Markt, 33 davon "ungewöhnlich erfolgreich für ein Familienunternehmen". "Jetzt haben wir einen zyklischen Tiefpunkt, den haben wir aus meiner Sicht hinter uns gelassen und bewegen uns wieder auf 2016 zu", meinte der Vorstandschef. Das erste Quartal 2014 sei sehr gut gelaufen und auch das zweite solle ähnlich gut werden.

2013 wird bauMax unter dem Strich noch immer in den roten Zahlen sein, wenngleich der Verlust weniger hoch als 2012 (126 Mio. Euro) ausfallen soll. "Das Österreich-Geschäft ist aber unter dem Strich positiv", stellte Hürter klar. Frisches Geld braucht die Heimwerkerkette seinen Aussagen zufolge ebenso wenig wie einen Investor. "Die Restrukturierung hat nie vorgesehen, dass ein Investor einsteigt." Dass die britische Heimwerkerkette Kingfisher Interesse haben soll, sei eine "echte Zeitungsente" gewesen, sagte Hürter.

Hürter sieht die Stärke von bauMax im dichten Filialnetz, dem hohen Bekanntheitsgrad und einem nach wie vor unbeschädigten Image. Er räumte jedoch Mängel bei der Beratungsleistung ein, ein Thema, "wo wir wieder mehr tun müssen". Nicht-beratungsintensive Produkte könne man aber auch sehr gut online verkaufen. Ab Juni will bauMax deshalb im Internethandel mitmischen und nimmt dafür einen hohen einstelligen Millionenbetrag in die Hand.

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