Wirtschaft | Karriere
08.03.2013

Zumindest Bachelor

Braucht wirklich jeder einen Uni-Abschluss?

Hört auf, Uni-Abschlüsse zu verlangen“, schreibt Andrew McAfee, in einem Blog des Harvard Business Review vergangene Woche. In den USA würde ein Bachelor langsam zur Mindestanforderung bei der Jobbesetzung verkommen, klagte zuvor eine New York Times-Autorin. Egal, für welche Position, Bote oder Senior Analyst, ein akademischer Titel sei inzwischen oft zwingende Pflicht. Doch wofür steht ein akademischer Titel eigentlich?

Hierzulande schließen laut Statistik Austria jährlich rund 50.000 Studierende eine akademische Ausbildung ab. Laut OECD-Bericht „Education at a Glance“ haben „nur“ 21 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen Hochschulabschluss. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 38 Prozent. In den USA ist man mit 42 Prozent weit über dem Durchschnitt. Mit dem Ergebnis, dass die Schulden der Studierenden inzwischen die Kreditschulden des gesamten Landes übersteigen. Weil Studieren in den USA wahnsinnig teuer ist.

Was will die Wirtschaft?

Hier und auf der ganzen Welt wollen Unternehmer Job-Einsteiger, die ihr Fach verstehen, die analytisch und eigenständig denken, die Verantwortung übernehmen und flexibel handeln können.

Doch ist es das, was Studierende heute auch lernen? Zum Teil. Zum Teil wird in Studienpläne aber auch zu viel gepackt. Und Studierende lernen nur mehr für Prüfungen, um den Stoff schnellst möglich wieder zu vergessen – „Bulimie-Lernen“, nennt sich diese Reaktion. Zugleich wird der Bachelor von der Wirtschaft nicht genügend anerkannt – hier wie dort –, sondern zur „besseren Matura“ diffamiert.

Andrew McAfee appelliert an Personaler, dem Menschen und was er bisher getan hat, mehr Gewicht bei der Jobbesetzung zu geben. Denn der akademische Grad würde nur bedingt aussagekräftig sein.