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Wirtschaft Karriere
09/14/2012

Neue goldene Zeiten

Sie ist erfahrene Goldschmiedin aus Remscheid, er junger Newcomer aus Wien. Zusammen sind sie Bomm & Semler.

von Andrea Hlinka

Manchmal sitzen Sabine Bomm und Maxi Semler am runden Tisch, gleich links neben der Eingangstür, um an einem neuen Projekt zu  tüfteln. Die Tür des kleinen Geschäfts ist dann meist geschlossen. Es geht hier um viel Geld. Maxi spricht von Silber und  Amethysten, Sabine von naturgrünen Brillanten und  Rosenschliff. Man konspiriert, man schweigt, redet.     

"Eine Idee wird komplett zusammen durchgearbeitet", sagt Maxi Semler. Er ist 23 Jahre alt. Sabine Bomm ist seit 23 Jahren Goldschmiedin. Vor einigen Tagen haben sie den Zusammenschluss zu Bomm & Semler, einer Goldschmiede in der Wiener Innenstadt,  gefeiert.   

Die beiden machen alles selbst: Den Steinankauf, die Logistik, die Administration, das Design, die Schmiede, den Verkauf. Das ist selten und geht nur, weil beide mit großer Leidenschaft ihrem Beruf nachgehen. 

Er

Statt Spritzpistolen schrieb Maxi Semler schon im kindlichen Alter Steine und Kristalle auf die Wunschliste. Er machte Matura und die Goldschmiede-Lehre. "Ich habe manchmal Kritik von Bekannten bekommen. Sie sagten: ,Magst du das wirklich machen, ist das dein Ziel, magst nicht lieber Wirtschaft oder Jus studieren?" Ich habe gewusst, ich bin ein Steinfreak", sagt er. Er ging lieber nach London, um dort an der Dependance des Gemological Institute of America (GIA) zu studieren.  Zurück in Wien studierte er Wirtschaft an der Webster University. Das alles geht sich aus, im Leben eines 23-Jährigen.

Sie

Sabine Bomm begann 1989 die Goldschmiedlehre in ihrer Heimatstadt  Remscheid, in der Nähe von Köln. Sie ging nach Hanau am Main, sie zog nach Solingen und nach Köln, um in verschiedenen Betrieben Erfahrungen zu sammeln. Auf der Suche nach  einer neuen Herausforderung kam sie 2007 nach Wien. Zwei Jahre verbrachte sie in der Schmuckwerkstatt Skrein, zuletzt als Werkstattleiterin. Eigentlich  geht in der Karriere einer Goldschmiedin kaum mehr – nur die Selbstständigkeit. Vor zwei Jahren wagte sie den Schritt und gründete  gemeinsam mit einem ehemaligen Kollegen das Geschäft in der Weihburggasse. Vor wenigen Monaten  ging die Partnerschaft in die Brüche. Dann kam Maxi Semler.   

Bomm & Semler

Nach gemeinsamen Projekten stand fest, dass Semler in das Geschäft einsteigt. Er ist der perfekte Partner, denn Sabine Bomm steht nicht gerne im Rampenlicht, Maxi Semler sucht den Umgang mit Kunden und liebt die Beratung. "Das wichtigste für mich ist die richtige Beratung bei Steinen. Menschen brauchen eine gute Beratung.  Steine sind schließlich eine Wertanlage", sagt Semler. Die Steine kaufen Bomm und Semler bei zwei, drei Steinhändlern ihres Vertrauens. "Sehen, begeistert sein, kaufen", sagt Sabine Bomm. Manchmal liegt ein Stein dann einige Zeit  im Lager, bevor er verarbeitet wird. Denn bevor nicht alles – Schliff, Material, Fassung und vieles mehr  – perfekt zusammenpasst, wird er nicht angerührt.

"Für mich ist es sehr spannend, mit jemandem so jungen zusammenzuarbeiten. Ich sehe vieles aus neuen Blickwinkeln", sagt sie. "Ich schätze ihre Erfahrung", sagt er. Zusammen will man sich jetzt einen Namen machen.

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Meilensteine: „Selbstzweifel muss man nicht zeigen“

Wieso das Ganze? Sabine: Schmuck ist Leidenschaft.  Maxi:  Wir können mit unserem Beruf  glücklich machen.  

Die größte Stütze? Beide: Die Familie.

Woran wären Sie fast gescheitert? Sabine:  Das Auseinandergehen der letzten Partnerschaft.  Wenn Maxi nicht gewesen wäre, wäre das mit der Goldschmiede  wahrscheinlich vorbei gewesen. Ich hätte nicht noch einmal von vorne angefangen.   

Selbstzweifel? Sabine: Täglich. Maxi: Man braucht nicht immer alle zu zeigen.   

Was haben Sie zuletzt gefeiert? Beide: Wir machen drei Veranstaltungen, um   unseren Zusammenschluss zu feiern. Vergangene Woche war das erste offizielle Event.

Wohin soll’s gehen? Sabine: Es soll eine der besten und kreativsten Goldschmieden  in  ganz Wien werden. Ich möchte nicht expandieren, aber wenn Maxi will, werden wir das tun.  Maxi: Ja,  will ich.

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