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Geschäftsreisen
12/03/2012

Manager sind wieder Vielflieger

Es wird wieder gereist - die Branche lebt auf. 1,2 Millionen Österreicher waren 2011geschäftlich unterwegs.

von Andrea Hlinka

Die Stadt wird oft „Paris des Ostens“ genannt, mondän ist sie, mit französischen Einflüssen. Bukarest ist viel westlicher, als man denken könnte. In Peking hingegen ist die Luft wirklich so schmutzig, fast zu dick, um sie zu atmen. Und Frankfurt: Sogar dort gibt es Sofas, die sich besonders gemütlich dem Gesäß anpassen. Um gute Geschäfte zu machen, muss all das erlebt werden.

1,2 Millionen Österreicher machten 2011 3,7 Millionen Geschäftsreisen. Zwar findet der Löwenanteil dieser Reisen im Inland statt. Aber das Ausland wird fleißig bedient: Zu den Top-Business-Destination zählen laut Verkehrsbüro-Gruppe Frankfurt, Bukarest und Peking. „Wenn Sie mich fragen, ist es nach wie vor wichtig, Kunden physisch zu treffen und persönliche Kontakte zu pflegen. Sein Gegenüber persönlich zu kennen, erleichtert vieles und macht die Kommunikation grundsätzlich einfacher“, sagt Herbert Stepic, Chef der Raiffeisen Bank International (RBI). Ein Drittel des Jahres ist der Banker auch heute noch geschäftlich unterwegs. Früher waren es 50 Prozent. Auch hier wird aus Effizienz- und Kostengründen teilweise auf webbasierte Lösungen zurückgegriffen. 2012 wird von der ABTA (Austrian Business Travel Association) kein Rückgang bei Geschäftsreisen erwartet, die Branche hat sich nach den massiven Kürzungen in der Krise erholt. 2013 sollen die Kosten für Business-Trips jedoch nach oben gehen. Vor allem die Preise für Langstreckenflüge in der Businessclass werden um zweistellige Prozentsätze anziehen.


Sich Zeit nehmen

Umso mehr müssen Airlines und Geschäftsreisebüros die Erwartungen der Reisenden fast übertreffen. Auf einer Veranstaltung der ABTA referierte Zukunftsforscher Peter Zellmann diese Woche darüber, wie Lebens- und Arbeitsstile das Umfeld von Geschäftsreisen ändern werden. Seine Conclusio: „Im 21. Jahrhundert ist die wichtigste Ressource die Zeit. Wir schätzen die personenzentrierte Dienstleistung, wenn wir sie erleben. Aber wir haben die Dienstleistung in vielen Bereichen ausgelagert, bekommen in den FAQs Antworten, die wir nie gestellt haben und hängen stundenlang in der Warteschleife.“ Li Leigh ist Chief Concierge des The Peninsula Beijing, der Dienst an ihren Gästen ist ihr Job: Sie war eine der ersten weiblichen Concierges, die mit dem renommierten Clefs d'Or (Der Goldene Schlüssel des Berufsverbands, Anm.) ausgezeichnet wurde. Li Leigh hat uns Tipps zu Peking gegeben (siehe oben rechts neben den Bildern), die Tipps zu Frankfurt stammen von den Autoren der Insiderei, die Empfehlungen für Bukarest stammen von Markus Koller, General Manager vom Pullman Bucharest World Trade Center.

KURIER: Haben Sie je einen Flieger verpasst?

Herbert Stepic: Nur ein einziges Mal in meinem Leben. Und das auf einer Privatreise von Tampa Florida nach New York. Ich wollte vor meiner Familie angeben – wir haben am falschen Check-in gewartet. Sie können sich die Niederlage vorstellen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie einen Flug?

Ich wähle nicht nach Airline aus, sondern nach der besten Flugverbindung: Was kostet am wenigsten Zeit? Ich versuche trotzdem, wenn möglich, mit Austrian Airlines zu fliegen. Auf Langstreckenflügen ist mir Komfort sehr wichtig. Daher erwarte ich mit Ungeduld die neue Bestuhlung der Austrian Airlines.

Wo sitzen Sie bevorzugt?

Auf 3 D. Manchmal will man mir einen Gefallen tun und setzt mich in die erste Reihe. Das kann ich nicht leiden: Erstens habe ich ein Brett vorm Kopf und zweitens kann ich nicht essen. Das Tischerl geht sich bei meiner Statur nicht aus.

Was machen Sie während des Fluges?

Ich bin ein sehr guter Schläfer. Mir kommt aber auch vor, ich bin immer müde, sobald ich in ein Flugzeug steige. Meist schlafe ich kurz, dann arbeite ich. Was machen Sie, während Sie auf einen Abflug warten? Ich komme meist sehr spät und muss daher nicht lange warten.

Was stört Sie am Fliegen am meisten?

Am meisten stört mich der Bodycheck am Flughafen. Das Schlimmste, das Ihnen passieren kann, ist London oder Frankfurt. In London muss man sich sogar den Hüftknochen herausschrauben. Haben Sie einen Tipp für Vielreisende? Viel Wasser trinken. Auf Langstrecken wenig essen und kein Alkohol, wenig Gepäck. Man glaubt nicht, mit wie wenig man auskommt.

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