Wirtschaft | Karriere
03.02.2018

Endlich Farbe im Business

Stöpselt die schwarzen Edel-Füllfedern zu und packt sie in ihre schwarzen Etuis, denn 2018 werden Schreib-Accessoires endlich farbenfroh. Das ist gut fürs Gemüt, wusste schon Goethe.

Auf die Farbe Schwarz als Charakteristikum hat sich die Businesswelt schon lange geeinigt. Sie passt zu ihr, denn sie ist distanziert, verrät nichts über den Besitzer, schweigt über den Charakter und lenkt nicht vom Wesentlichen ab. So fühlt sich der Erfolgreiche pudelwohl mit der schwarze Edelfeder, im schwarzen Etui. Der Einband des Planers? Schwarz. Die Smartphone-Hülle? Schwarz. Das Karten-Etui? Schwarz. Die Schminktasche? Schwarz.

Mehr Farbe!

Geht es nach einem der exklusiven Accessoires-Hersteller der Welt, Montblanc, vertragen die Besprechungstische aber nun endlich mehr Farbe. Kürzlich präsentierte man die neue, bunte Kollektion, eine Reaktion auf Kundenfeedback und die Beobachtung von Trends, wie man betont. Gerade junge Kunden und Frauen würde man mit diesen bunten Produkten ansprechen. Oliver Gössler, Geschäftsführer von Montblanc Deutschland und Österreich, erklärt: "Montblanc möchte seinen Kunden nicht nur Produkte in den traditionellen, klassischen Farben präsentieren, sondern auch mit mutigen Farben inspirieren. Farben beeinflussen ja nachweislich unsere Stimmung und unseren Gefühlszustand. So können bunte Accessoires Farbe in den Büroalltag bringen, neue Energie und frische Tatkraft für die Arbeit schenken."

Farbenlehre

Die Farbenlehre beschäftige schon Genies, auch Johann Wolfgang von Goethe. Er erachtete seine Arbeiten über dieses Thema sogar für wichtiger als seine literarischen Werke. Zum Wesen der Farben sagte er: "Die Menschen empfinden im Allgemeinen eine große Freude an der Farbe. Das Auge bedarf ihrer, wie es des Lichtes bedarf." Rottöne etwa würden regsam, lebhaft, strebend wirken. Gelbtöne hätten eine heitere, muntere, sanft reizende Eigenschaft. Und Lila hätte etwas Lebhaftes ohne Fröhlichkeit.

Harald Weidler vom renommierten Schreibwaren-Geschäft Weidler am Graben bestätigt den Trend zur Farbe. "Das ewige Schwarz, Nachtblau oder Burgund steht nicht mehr im Vordergrund." Natürlich hätten die exklusiven Marken Montblanc, Graf von Faber Castell, Caran d’Ache und S.T. Dupont weiterhin ihre klassischen Serien in den Standardfarben, doch alle hätten auch Modelle in modischen, frischen Farben. Dass Männer eher zu klassischen Farben und Frauen zu bunten tendieren, würde heute nicht mehr gelten. Man könne heute nicht mehr generalisieren.