"Die Jobs verändern sich laufend"

A1 Eva Zehetner © Bild: Sandra Baierl

Eva Zehetner ist die neue Personalchefin der A1 Telekom Austria. Ihr wichtigstes Thema ist Schulung und Umschulung. Denn: die Jobs verändern sich laufend.

Eva Zehetner ist Director HR der A1 Telekom Austria Group. Sie ist seit 1. November 2017 in diesem Job – und übt ihn in Teilzeit (32 Stunden) aus. Sie hat die Verantwortung für knapp 19.000 Mitarbeiter, rund 8300 davon in Österreich.

KURIER: Ist das HR-Thema in einem Telekom-Unternehmen besonders?

Eva Zehetner: Die Technologiegetriebenheit ist sicher speziell, und die Digitalisierung eine besondere Herausforderung, weil wir das Thema nicht nur für uns lösen müssen, sondern auch für unsere Kunden.

Wie hat sich die Personalabteilung (HR) in den 15 Jahren, in denen Sie in diesem Bereich arbeiten, verändert?

Wir sind näher am Business dran, unterstützen dabei, erfolgreich zu sein. Die HR als Verwaltungsabteilung – das ist weniger geworden. Damit ist die Personalabteilung auch viel wichtiger geworden, wir sind ein Partner im Vorstand.

Ist Holding-Chef Alejandro Plater am Thema HR interessiert?

Ja, sehr sogar. Es ist ihm ein wahnsinnig großes Anliegen. Er hat einen guten Blick auf die weitere Entwicklung des Unternehmens, der Industrie und der Gesellschaft. Und hat eine genaue Idee, welche Änderungen wir anstoßen sollten.

Als HR-Chefin nimmt man eine Mittelposition ein, dem Unternehmen verpflichtet, aber auch den Mitarbeitern. Wie gehen Sie damit um?

Das Eine gäbe es nicht ohne das Andere. Und damit ist das kein Widerspruch. Wiewohl Interessenskonflikte manchmal schon vorhanden sind. Aber generell wollen wir gemeinsam etwas Sinnvollem tun.

Wie ist Ihre HR-Tätigkeit aktuell ausgerichtet?

Job-Anforderungen verändern sich – wir sind also damit konfrontiert, dass wir Arbeiten haben, die es in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird. Die Frage ist, wie können wir die Mitarbeiter auf diese Veränderungen vorbereiten? Umschulung ist ein großes Thema. Einfach Auswechseln können und wollen wir unsere Mitarbeiter nicht – 50 Prozent der Mitarbeiter in Österreich sind Beamte und die gefragten Kompetenzen gibt es am Arbeitsmarkt ja auch nicht ausreichend.

Was ist für Sie als HR-Chefin die größte Herausforderung?

Sicher das Lern-Thema. Wie unterstützen wir die Mitarbeiter dabei, im Zuge der Digitalisierung auf den neuesten Stand zu kommen.

Wie ist denn Ihr Männer-Frauen-Anteil in der Gruppe?

In der Gruppe nicht so schlecht, bei etwa 39 Prozent. Da helfen unsere Gesellschaften im Ausland. In Österreich liegen wir bei 26 Prozent, der Wert bewegt sich wenig.

Warum gibt es immer noch so wenige Frauen in Führungspositionen?

Das frage ich mich auch oft. Ich habe keine Antwort darauf. Glaube aber, dass das ein sehr österreichisches Thema ist, das unsere Töchter in CEE überhaupt nicht betrifft.

Wie ist Ihr Eindruck von neuen, jungen Mitarbeitern?

Nicht so schlecht wie man oft sagt. Sie sind fordernd. Wobei: Es ist schwierig, gute Lehrlinge zu finden.

Ihr Eindruck von älteren Mitarbeitern?

Da gibt es kein Pauschalurteil. Es gibt in jeder Altersgruppe gute und schwierige Mitarbeiter. Bei Leuten, die schon lange im Unternehmen sind, muss man wertschätzen, welche Erfahrung sie haben und welche Entwicklung sie mit diesem Unternehmen schon mitgemacht haben.

( kurier.at ) Erstellt am 22.02.2018