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Bildung
03/31/2013

Virtuelles Klassenzimmer für die ärmsten der Armen

Ein neuartiges Spenden- und Hilfsprojekt hat sich ganz der Bildung von Menschen in Afrika verschrieben.

von Tanja Teufel

Alles begann im Sommer 2011: Felix Garbe, damals 19 Jahre alt und Student der Betriebswirtschaftslehre, beschließt während eines Tansania-Aufenthalts, sich auf eine ganz neue Weise für die Bildung von Menschen in den ärmsten Teilen der Welt einzusetzen. Beeindruckt und schockiert von den Lebensbedingungen der Menschen, gründet er den virtuellen Klassenraum auf bonfaremo.org.

Dabei handelt es sich um eine Plattform, auf der Hilfsbereite gezielt auswählen können, wofür ihre Spende verwendet werden soll. Ob ein Bücherregal, eine Tafel, zwei Säcke Zement für den Bau neuer Gebäude oder das Essen für einen Schüler - die Spende fließt zu 100 % in das ausgewählte Projekt. Heute folgen über 800 Menschen der Seite auf Facebook und Bonfaremo zählt über 60 Mitglieder und freiwillige Helfer. Neben Geldspenden gibt es auch die Möglichkeit, Patenschaften für Kinder zu übernehmen. Außerdem werden Volontäre vor Ort unterstützt.

Pilotprojekt

Die Organisation startete ihre Arbeit 2011 mit dem Projekt Msafiri English Medium Pre- & Primary School. Ein Internat im nördlichen Tansania, in dem der Unterricht ausschließlich auf Englisch stattfindet, um den Einstieg in eine moderne Berufswelt zu erleichtern. Im Gegensatz zu öffentlichen Schulen werden hier moderne Unterrichtspraktiken und Internationalität angestrebt.

Mit den Spendengeldern wurden bereits Klassenzimmer gebaut und Kinder aus den ärmsten Schichten finanziell unterstützt. 600 € kosten Lernmaterialen, Schuluniform, Verpflegung und Unterkunft für ein ganzes Jahr in der Msafiri School. Die Klassenräume sind mittlerweile vollständig errichtet.

Berufsausbildung

Im Laufe der Arbeit für die Msafiri School entstand die Idee die Schule um eine Vocational Training Center zu erweitern, einer Art Berufsschule für junge Frauen und Männer. Zurzeit besuchen 32 Schüler das Malage Vocational Training Centre, in dem u.a. Fächer wie Mechanik, Schlosserei, Schneiderei, Elektrik oder Kochen angeboten werden. Bonfaremo hilft außerdem beim Ausbau und der Renovierung des Schulgebäudes und unterstützt finanziell (280 € Gebühren pro Jahr und Schüler).

Internat

Das dritte Schulprojekt von Bonfaremo trägt den Namen Kings´ Academy, ein privates Internat in Kenia. Die Schule wurde erst im Jänner 2013 mit einer ersten Volksschulklasse eröffnet und soll nun Jahr für Jahr um einen Klassenraum wachsen. In den Klassen sollen maximal 20 bis 30 Schüler unterrichtet werden, jeder dritte Schüler oder Schülerin soll im Rahmen eines Stipendiums durch Bonfaremo die Möglichkeit bekommen, die Schule umsonst zu besuchen.

Transparenz als oberstes Gebot

Bei allen Projekte gilt absolute Transparenz als oberstes Gebot: „Niemand darf je einen Gewinn erwirtschaften“ besagt die Satzung des 1-jährigen Vereins. Vor allem junge Menschen engagieren sich für die Projekte, sei es nun als Programmierer, Lehrer oder Freizeitgestalter. Bei Bonfaremo gilt das Motto: „Jeder trägt das bei, was er am besten kann.“

Eigenständigkeit als Ziel

Alle drei Projekte sollen den Kindern ein gewaltfreies Bildungsumfeld bieten, das Kreativität und Eigenständigkeit fördert. Die Verantwortung für den Fortschritt der Bauarbeiten bleibt zuletzt bei einheimischen Verantwortlichen. Um auf lange Frist auch die finanzielle Unabhängigkeit zu fördern, ist Bonfaremo darum bemüht, die umliegenden Agrarflächen auch landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Aus den Erlösen soll sich die Schule irgendwann ausschließlich selbst finanzieren können.

Mehr zum Thema lesen Sie im KURIER-Bildungsspecial

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