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Neue Mittelschule enttäuscht
Die Testergebnisse sind ähnlich wie in der "alten" Hauptschule.
Jene 150.000 Schülerinnen, die – aus allen Bundesländern Österreichs – im vergangenen Jahr bei den Bildungsstandards getestet wurden, erfahren am Freitag, wie sie dabei abgeschnitten haben. Die Volksschüler der 4. Klasse mussten ihre Mathematikkenntnisse unter Beweis stellen, Schüler der 8. Schulstufen ihre Englischkenntnisse. Erstmals wurden auch die Ergebnisse der Schüler aus den Neuen Mittelschulen (NMS) gesondert ausgewiesen. Das Resultat: Die NMS-Schüler haben im Schnitt 478 Punkte erreicht, die Hauptschüler 480, während die AHS-Schüler 600 Punkte erreicht haben.

Mathematik
Einen deutlicheren Aufwärtstrend gibt es im Fach Mathematik: Hier erreichen die Viertklässler im Schnitt 533 Punkten (2010: 500 Punkte). Allerdings erreicht nicht einmal ein Drittel der Volksschüler die Bildungsstandards. Wie gut ein Kind rechnen kann, hängt stark vom Elternhaus ab. Der Unterschied zwischen einem Kind von Eltern mit Pflichtschulabschluss und einem Akademikerkind macht 120 Punkte aus.
Nicht nur die Schüler, auch 10.000 Lehrer und 4.500 Schulleiter erhalten heute die Ergebnisse. Die Tests sind laut Bifie-Direktor Christian Wiesner seien vor allem für die Schulentwicklung da. Für diese müsse man den Standorten aber auch Zeit geben. Gegen eine von Kritikern geforderte, lediglich stichprobenartige Erhebung wehrte Heinisch-Hosek sich. „Wir wollen bis in den kleinsten Standort hineinschauen können“, betont sie die Wichtigkeit einer Vollerhebung. Wiesner: „Dann würden nur Systemdaten vorliegen und das würde für die Schulentwicklung nichts bringen.“
Ziel der Standards sei nicht ein Wettbewerb zwischen Bundesländern, Schulen oder Schulformen, strich Heinisch-Hosek hervor. Sie seien „ein Instrument der Feedbackkultur.“ Mit der Akzeptanz durch die Schulen zeigte sie sich zufrieden: Nach den ersten Ergebnisrückmeldungen im vergangenen Jahr hätten zwei Drittel aller Schulen „begonnen, etwas mit den Ergebnissen zu tun“. Nur die AHS müssten noch stärker überzeugt werden, die Rückmeldemoderatoren stärker einzusetzen und dadurch Schulentwicklung voranzutreiben.
Test-Pause
Nächstes Jahr will Heinisch-Hosek den Schulen bei den Bildungsstandards „eine Pause zum Durchatmen“ gönnen und dann einen neuen Testrhythmus starten. Statt bisher jedes Jahr sollen künftig nur noch alle zwei Jahre rotierend die Fächer Mathematik und Deutsch (Volksschule) bzw. in der achten Schulstufe zusätzlich auch Englisch abgeprüft werden.
Reaktionen

Derzeit spielt es bei der Mittelzuteilung auf einzelne
Schulstandorte keine Rolle, wie viele SchülerInnen aus sozial
benachteiligten Familien kommen." Es müsse ein entsprechendes
Modell entwickelt werden. Muster könnten erfolgreiche Modelle in der Schweiz, einigen deutschen Bundesländern, in Belgien und in den Niederlanden sein.
