Holen Sie sich Hilfe. Wenn man gegen Lehrer, Eltern, Schulleitung, Direktion, Hortpädagogen "alleine" ankämpfen, muss ist das kräfteraubend. Oft wird Mobbing nicht wahrgenommen.

© dpa/Heiko Wolfraum

Wirtschaft Karriere Bildung
10/17/2013

Lehrer: Uni Wien stellt auf Bologna-System um

Mit dem Studienjahr 2014/15 sollen alle 26 Lehramtsstudien vom Diplomstudium auf das Bologna-System umgestellt werden.

Die Uni Wien hat sich die laut Rektor Heinz Engl "monumentale Aufgabe" vorgenommen, mit dem Studienjahr 2014/15 alle 26 Lehramtsstudien vom Diplomstudium auf das Bologna-System (Bachelor/Master/PhD) umzustellen. Im Zuge der Reform der Lehrerausbildung sollen die Studenten außerdem mehr Fachdidaktik und Pädagogik als bisher lernen, so Lutz-Helmut Schön am Donnerstag bei der offiziellen Eröffnung des von ihm geleiteten "Zentrum für LehrerInnenbildung" an der Uni Wien.

Das Zentrum für Lehrerbildung wurde an der Uni Wien, der mit über 10.000 Lehramtsstudenten größten Pädagogenausbildungseinrichtung des Landes, Anfang 2013 eingerichtet. Derzeit arbeiten 25 Subgruppen an den neuen Studienplänen, so Schön. In diesen sollen zwar die Fachwissenschaften weiter eine wichtige Rolle spiele, da Lehrer einfach "eine gewisse wissenschaftliche Kompetenz brauchen". Die Fachdidaktik, durch die das Wissen für die Schüler interessant und verständlich aufgearbeitet wird, und pädagogische Inhalte etwa über den Umgang mit Schülern mit Migrationshintergrund sollen allerdings "etwas ausgebaut" werden, kündigte Schön an. Das Studium soll außerdem mehr Praxisanteile an den Schulen beinhalten.

Persönlichkeitsbildung

Ein Schwerpunkt liegt für Schön auch auf der Persönlichkeitsbildung der angehenden Lehrer: So sollen im Lehramtsstudium Zeitfenster eingebaut werden, in denen möglichst viele ins Ausland gehen und durch ihre Erfahrungen besser auf den Umgang mit sehr heterogenen Gruppen in den Klassen vorbereitet werden. Auch Wahlfächer seien geplant, um den Studenten eine gewisse Offenheit zu ermöglichen.

Geht es nach Engl, soll künftig auch die Rolle der Uni Wien bei der Weiterbildung von Lehrern gestärkt werden. Derzeit ist diese fast zur Gänze an den Pädagogischen Hochschulen (PH) angesiedelt, die im aktuellen System außerdem für die Ausbildung der Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt-, Sonderschule etc.) zuständig sind. Die Unis haben derzeit unterdessen die Aufgabe, Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) auszubilden.

Masterabschluss künftig Pflicht

Die neue Lehrerausbildung sieht nicht nur Aufnahmeverfahren für alle angehenden Lehramtsstudenten vor, wie es sie bisher nur an den PH gab, auch ein Masterabschluss ist künftig Pflicht. Dabei können nur noch Volksschullehrer ausschließlich an den PH ausgebildet werden, bei allen anderen sind auf dem Masterniveau Kooperationen mit Unis Pflicht. Dafür zeigte Engl sich bei der Veranstaltung offen, wenn auch nur unter bestimmten Voraussetzungen: "Die Universität Wien verschließt sich nicht der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen. Aber es braucht eine Kooperation auf Augenhöhe." Während die Unis nämlich autonome Einrichtungen sind, handelt es sich bei den PH um nachgeordnete Dienststellen des Unterrichtsministeriums.

Mentoring

Die neue Lehrerausbildung sieht vor, dass jeder angehende Lehrer zunächst ein Aufnahmeverfahren bestehen muss. Darauf folgt unabhängig vom Schultyp ein vierjähriges Bachelor- und ein für die Fixanstellung nötiges ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium - für Pflichtschullehrer dauert die Ausbildung dadurch fast doppelt so lange wie bisher. Die neue einjährige Berufseinführungsphase an der Schule erfolgt durch einen speziell ausgebildeten Mentor. Ziel der Reform ist neben einer gewissen Vereinheitlichung, künftige Lehrer besser auf neue Anforderungen wie Sprach-, Frühförderung oder Individualisierung vorzubereiten.

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