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07.03.2012

Arbeitsmarkt: Weiterbildungs-Tausender

Die Stadt Wien unterstützt die Weiterbildungsvorhaben von Arbeitnehmern mit einer neuen Förderschiene.

In Wien wird ab 1. Februar ordentlich Geld für die Weiterbildung der Ansässigen in die Hand genommen. Insgesamt 58 Millionen Euro stehen dem waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) im Jahr 2012 zu Verfügung. Insgesamt können damit rund 27.500 Arbeitnehmer unterstützt werden. Und ab 2012 ist einiges neu:

Lehrabschluss Arbeitnehmer, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen und einen Lehrabschluss nachholen wollen, können mit bis zu 3000 Euro Förderung rechnen.

Berufsreifeprüfung Wer die Berufsreifeprüfung ablegen will, kann für die notwendigen Vorbereitungskurse bis zu 1000 Euro Förderung erhalten.

Weiterbildung Unabhängig von den bisher erworbenen Formalqualifikationen können Wiener Beschäftigte künftig mit bis zu 1000 Euro gefördert werden, wenn sie weniger als 1300 Euro netto im Monat verdienen. Für alle anderen Hiesigen gibt es weiterhin das Bildungskonto, das für alle – unabhängig von der formalen Ausbildung – eine Förderung für Weiterbildungen bei vom waff anerkannten Bildungsträgern in der Höhe von 200 Euro für Beschäftigte beziehungsweise 300 Euro für Arbeitslose vorsieht.

Ausbildungsgarantie Ein zentraler Schwerpunkt der Arbeitsmarktpolitik bleibt auch 2012 die Wiener Ausbildungsgarantie für Jugendliche. Wenn Jugendliche also eine Ausbildung machen wollen, bekommen sie entweder einen Lehrplatz, eine Qualifizierung oder ein unterstützendes Beratungs- und Begleitungsangebot, wenn sie nicht wissen, wie es weitergehen soll. „Etwa 4000 junge Menschen erhalten in überbetrieblichen Lehrwerkstätten eine gute Ausbildung für ihre persönliche Zukunft und auch eine Absicherung: Denn wer einen Bildungsabschluss vorweisen kann, ist weniger oft von Arbeitslosigkeit betroffen, und damit vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besser abgesichert“, erläutert Renate Brauner, Wiener Vizebürgermeisterin, Finanz- und Wirtschaftsstadträtin.

Jugendcoaching Ab 2012 wird flächendeckend in ganz Wien vom Bundessozialamt Wien in Kooperation mit allen Wiener Schulen das sogenannte Jugendcoaching umgesetzt. Hier werden Jugendliche über Bildungswege beraten, unterstützt und auf ihrem Weg zu einem Lehrabschluss begleitet.

Pflege und Gesundheit Gerade im Pflege- und Gesundheitsbereich entstehen nach wie vor neue Arbeitsplätze, für die es nicht genügend qualifizierte Bewerber gibt. Der waff fördert auch die Qualifizierung im Gesundheits- und Pflegebereich. Es werden Ausbildungen als Heimhelfer, Pflegehelfer und diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger angeboten. Insgesamt werden im Jahr 2012 vom waff gemeinsam mit den künftigen Arbeitgebern 1000 arbeitslose Wiener ausgebildet.

2012: Der österreichische Arbeitsmarkt

Zuwachs Das Jahr 2011 war durch eine deutlich bessere Konjunktur und einem damit verbundenen Wachstum des Arbeitskräftepotenzials um 2,1 Prozent (rund 18.000 Personen) gekennzeichnet. Zuwächse gab es vor allem bei Frauen und Berufseinsteigern. Gleichzeitig ist aber auch die Arbeitslosigkeit gestiegen, weil der Zuwachs des Arbeitskräftepotenzials jenes der Beschäftigung übersteigt. In Wien gab es im Dezember 2011 um 4300 mehr arbeitslose Personen als im Dezember des Vorjahres.