Wirtschaft | Karriere
01.12.2017

Anschreiben: Ja oder nein?

Anschreiben bei Bewerbungen sind entbehrlich geworden, sagt eine neue Studie. Kommt auf die Position und die Menge der Bewerbern an, sagen heimische Personaler. Standard-Texte können sich Bewerber jedenfalls sparen.

Anschreiben bei Bewerbungen sind entbehrlich geworden, meldet Personaldienstleister Robert Half und legt dazu eine Studie vor. Denn jeder zweite Personaler im deutschsprachigen Raum berücksichtigt inzwischen auch Unterlagen ohne Motivationsschreiben, so die Argumentation. "Anschreiben, denen ein inhaltlicher Mehrwert fehlt und die wenig authentisch wirken, erfüllen die Ansprüche der Personalverantwortlichen nicht. Deshalb genügt uns ein gut strukturierter und lückenloser Lebenslauf, um die fachliche Eignung eines Bewerbers einzuschätzen", so Robert Szvetecz, Senior Manager bei Robert Half.

Wir haben bei Personalberatern nachgefragt: Sind Motivationsschreiben wirklich obsolet? "Es kommt auf die Position an", sagt Alexander Wozak von HR Consulting. "Ein kaufmännischer Bewerber wird gut beraten sein, ein feines Anschreiben zu formulieren, da es viele Bewerber am Markt gibt." Consulterin Ingrid Hödl ergänzt: "Wenn sich der Marketing-Bewerber nicht selbst präsentieren kann, wie soll er dann die Firma präsentieren?" In technischen Berufen, vor allem in der IT, ließe man hingegen Nachsicht walten, da es hier einen enormen Fachkräftemangel gibt. "Wir sind froh, wenn wir von Technikern einen Lebenslauf bekommen", so Hödl. "Für hohe Positionen hingegen verlangen wir immer ein Anschreiben, unsere Kunden erwarten das", so Wozak. Lieblos und unpersönlich verfasste Anschreiben beurteilen HR-Berater generell als verzichtbar. Gibt es aber konkrete Infos, warum der Bewerber sich gut für die Stelle eignet, kommen sie gut an.