Wirtschaft 15.06.2012

Kampf um die Käsekrainer beginnt

© Bild: Franziska Kluger

Slowenien will sich die Bezeichnung "Krainer Wurst" schützen lassen. Der Antrag ist gestellt, nun kann Österreich beeinspruchen.

Käsekrainer muss bleiben - wir kämpfen bis zum letzten Senftropfen!“ – Etwas mehr als die Hälfte von über 2.200 KURIER.at-Lesern ist kampfwillig und möchte sich die Bezeichnung Käsekrainer nicht nehmen lassen. Slowenien hat – wie berichtet -  bei der EU-Kommission einen entsprechenden Antrag eingebracht und will sich die Bezeichnung "Krainer Wurst" schützen lassen. Aus Brüssel kam nun die Bestätigung, dass der Antrag eingegangen sei. Jetzt hätten nach Auskunft der Kommission alle anderen EU-Länder sechs Monate Zeit den slowenischen Vorschlag zu beeinspruchen. Dafür müssten aber gute Gründe vorliegen.

"Wir lassen uns die Krainer nicht verbieten", schaltete sich zuletzt Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich in die Diskussion ein. Für ihn gehe es einerseits um wirtschaftliche Interessen Österreichs, aber auch um eine langjährige Tradition.

Konkret kündigten Wirtschaftskammer, Landwirtschaftsministerium sowie Experten der Veterinärmedizinischen Universität mit Unterstützung des Patentamtes an, Einspruchsgründe bei der EU-Kommission geltend machen zu wollen. Das "Krainer"-Verbot wäre für heimische Produzenten mit einem enormen Absatzverlust und großen Umstellungskosten auf eine neue Namensgebung verbunden. Das österreichische Patentamt hatte Anfang April erklärt, die Annahme der slowenischen Forderung würde das Ende der hierzulande verwendeten Bezeichnung wie "Krainer" oder "Käsekrainer" bedeuten.

BZÖ-Grosz: "Zweifel an der EU-Tauglichkeit Sloweniens"

Für Gerald Grosz vom BZÖ geht es in der Causa um mehr als die Wurst. "Die von Slowenien losgetretene Diskussion rund um die Krainer-Würste oder um das Kernöl lassen ein weiteres Mal erhebliche Zweifel an der EU-Tauglichkeit Sloweniens aufkommen. Wenn Slowenien unter solchen Maßnahmen den europäischen Gemeinschaftsgedanken versteht und an andere Mitgliedsstaaten solche verheerende Signale aussendet, dann muss man sich die Frage stellen, ob Slowenien überhaupt noch Mitglied der Europäischen Union bleiben will", so Grosz via Aussendung.

Gefordert sei nun Michael Spindelegger: "Diesem nationalistischen und eitlem Herrschaftsgehabe Sloweniens muss auch der schweigende Außenminister entgegentreten", so der BZÖ-Mann.

Übrigens: Grosz ist Mitglied der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Österreich-Slowenien.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund

Erstellt am 15.06.2012