© DPA_FRANK-MAY

Arbeitslosigkeit
07/01/2013

Jobkrise trifft Ausländer und Ältere hart

Im Juni waren in Österreich mehr als 314.407 Menschen auf Jobsuche.

von Simone Hoepke

Nach der Insolvenz von Traditionsfirmen wie Niedermeyer und Alpine ebbt die Pleitewelle in Österreich nicht ab. Am Montag gab der oberösterreichische Anlagenbauer doubrava seine Insolvenz bekannt: Wochenlange Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern sind gescheitert. doubrava-Geschäftsführer Georg Vaclavek strebt eine Fortführung und damit die Rettung der 240 Arbeitsplätze an. Der Anlagenbauer mit Sitz in Attnang-Puchheim hatte zuletzt rund 50 Millionen Euro im Jahr umgesetzt. Die Kreditverbindlichkeiten belaufen sich auf rund sechs Millionen, zusätzlich haben Banken Garantien für 20 Millionen übernommen.

Rauer Wind

Die flaue Wirtschaftslage spiegelt sich auch in der Arbeitslosenstatistik wider. Im Juni waren in Österreich 242.242 Menschen auf Arbeitssuche – und damit um zehn Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2012. Dazu kommen mehr als 72.000 Personen in Schulungen. Die nationale Arbeitslosenquote liegt damit bei 6,5 Prozent – ein Plus von 0,5 Prozentpunkten. Dass das im Europa-Vergleich der niedrigste Wert ist – in Spanien und Griechenland liegt die Quote bei 27 Prozent –, ist für Betroffene freilich kein Trost. Sozialminister Rudolf Hundstorfer spricht von einem „anhaltend rauen Konjunkturwind“, vor allem wegen der schwachen internationalen Wirtschaftsentwicklung.

Besonders stark gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei Ausländern und über 50-Jährigen (plus 18 bzw. 16 Prozent). Menschen ohne Berufsabschluss haben es aktuell besonders schwer, Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen. Von den insgesamt 22.172 neu dazugekommenen Beschäftigungssuchenden im Juni können mehr als 10.000 keinen formalen Abschluss vorweisen. Im Branchenvergleich strauchelt vor allem die Bauwirtschaft mit 16.432 vorgemerkten Arbeitslosen (15 Prozent mehr als im Vorjahresmonat). Überproportional sind auch die Gesundheitsberufe sowie der Tourismus betroffen (plus 14 bzw. 11 Prozent).

In Anlehnung an das Programm für Jugendliche will Hundstorfer eine Beschäftigungsgarantie für Ältere. Eingliederungsbeihilfen sollen ab dem 45. Lebensjahr gezahlt werden. „Jemand, der in Beschäftigung ist, zahlt 18.200 Euro an Steuern und Abgaben pro Jahr, jeder Beschäftigungslose verursacht 19.000 Euro an Kosten.“

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.