Wirtschaft
27.02.2015

Jährliches Geschenk in Millionenhöhe für die Finanz

Fünf Jahre rückwirkend kann mittels Arbeitnehmerveranlagung die Lohnsteuer zurückgeholt werden.

Eine Erledigung hier, eine Rechnung dort und noch gefühlte zehn andere Dinge, die man nach Möglichkeit gleichzeitig erledigen soll . Doch was in der Eile oft auf der Strecke bleibt: die jährliche Arbeitnehmerveranlagung.

Jahr für Jahr bleiben so österreichweit 300 Millionen Euro zu viel bezahlte Lohnsteuer beim Finanzamt liegen. Fünf Jahre rückwirkend kann mithilfe der Arbeitnehmerveranlagung die Lohnsteuer zurückgeholt werden. Dabei kann die Steuer digital über Finanz Online oder auch auf dem herkömmlichen Weg mittels Formular zurückgeholt werden.

Umfangreiche Hilfestellung bietet dabei die Arbeiterkammer (AK). Neben der klassischen persönlichen Beratung gibt es auch Informationen und Tipps über die AK-Homepage, Facebook, YouTube und Broschüren. Zusätzlich dazu bietet unter anderem auch die AK Niederösterreich heuer wieder die alljährliche Steuerrückholaktion von 27. Februar bis zum 12. Juni 2015 an, bei der 20000 Beratungstermine angeboten werden. 15000 Termine seien bereits vergeben worden.

Der jährliche Steuerausgleich lohnt sich vor allem für Personen mit Kindern, für Lehrlinge und Ferialpraktikanten, Personen, die unterjährig karenziert wurden, Alleinverdiener, Alleinerzieher sowie auch Präsenzdiener.

Besonderes Augenmerk soll beim Steuerausgleich auch auf außergewöhnliche Belastungen und Werbekosten gelegt werden, die beide steuerlich absetzbar sind und so für ein Mehr im Geldbörserl sorgen. Unter außergewöhnliche Belastungen fallen zwangsläufige Ausgaben wie etwa Kur- und Krankheitskosten, Katastrophenschäden und Begräbnis. Die beruflich bedingten Werbungskosten umfassen Dinge wie Pendlerpauschale, Sprachkurse, Kilometergeld und Fachliteratur.

Der österreichische Gewerkschaftsbund sowie die AK fordern eine steuerliche Entlastung der Arbeitnehmer. Neben der Erhöhung der Negativsteuer sollen höhere Absetzbeträge für Arbeitnehmer, Maßnahmen gegen die kalte Progression sowie eine gerechtere Verteilung der Steuerlast festgelegt werden.

Der Präsident der AK Niederösterreich Markus Wieser plädiert im Zuge der Steuerreform für einen automatischen Steuerausgleich. Das Finanzamt solle demnach die entsprechenden Formulare automatisch an jene Haushalte senden, deren Ausgleichsbeträge aufgrund der Datenlage bekannt sind und daher Berücksichtigung finden.