Wirtschaft
14.12.2011

IWF: Kleines Lob und düstere Aussichten für Athen

Der Internationale Währungsfonds ist mit dem Tempo der Reformen in Griechenland unzufrieden. Aber der IWF ortet auch Fortschritte.

Das Wachstum dürfte für einen längeren Zeitraum unter dem Durchschnitt der Zeit vor der Krise verharren." Die Europaabteilung des Internationalen Währungsfonds hat sich der griechischen Wirtschaftsdaten angenommen. Neusten Schätzungen zufolge schrumpft die griechische Wirtschaft dieses Jahr um 5,5 bis 6 Prozent sowie zwischen 2,75 und 3 Prozent im nächsten Jahr. Angesichts dieser Wachstumsprognosen ortet der IWF in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht erhebliche Risiken. Das Reformprogramm "ist klar in eine schwierige Phase eingetreten."

Aber es gebe auch bereits Fortschritte im Kampf gegen die Schulden, räumte der IWF ein. So begrüßte der Währungsfonds die Bildung der neuen Regierung in Athen. Auch sei das Haushaltsdefizit trotz des Wachstumsrückgangs um fünf Prozent gesenkt worden. Doch wenn es auf diesem Wege weitergehen soll, "wird ein stärkeres Management der weitreichenden und komplexen Reformen benötigt".

Aufs Tempo drücken

Und genau darin liegt ein großer Kritikpunkt: Mit deutlicher Skepsis beurteilt der IWF das Tempo der Reformen. Die Umsetzung der Reformen habe sich über den Sommer deutlich verlangsamt. Nicht zuletzt beim entscheidenden Kampf gegen Steuerhinterziehung gehe es weiterhin nur schleppend voran.

Zwar würden auch externe Probleme das Reformprogramm belasten, wie etwa die Zurückhaltung von Investoren nicht zuletzt angesichts der Krise auch in anderen Euro-Staaten. "Aber der entscheidende Faktor war das langsame Tempo der strukturellen Reformen in diesem Jahr."

Ausdrücklich betont der IWF die Notwendigkeit, dass Athen den Kampf gegen die grassierende Steuerhinterziehung entschlossen aufnimmt. Andernfalls werde es keine finanzielle Konsolidierung geben. Scharfe Einschnitte seien auch im staatlichen Sektor notwendig. Dazu gehöre die Schließung unproduktiver Staatsbetriebe, Verringerung der großen Zahl öffentlich Bediensteter sowie Anpassung großzügiger Staatsbezüge und staatlicher Renten.

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