┬ę KURIER/Reinhard Vogel

Wirtschaft
01/12/2012

IWF: Griechen brauchen mehr Geld

Nach neuen Berechnungen des IWF ist die Griechen-Hilfe um einen "signifikanten zweistelligen Milliardenbetrag" zu klein.

Die Euro-Staaten m├╝ssen f├╝r Griechenland m├Âglicherweise noch tiefer in die Tasche greifen. Der Internationale W├Ąhrungsfonds (IWF) h├Ąlt die bisher geplanten Finanzhilfen f├╝r das finanziell marode Land f├╝r zu gering. Nach IWF-Berechnungen fehle ein "signifikanter zweistelliger Milliardenbetrag", berichtete das Handelsblatt und beruft sich nach einem Gespr├Ąch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit IWF-Chefin Christine Lagarde in Berlin auf deutsche Regierungskreise. Schlechte Nachricht f├╝r Griechenland kommt auch von einer anderen Front: Der freiwillige Beitrag der privaten Gl├Ąubiger zum Milliarden-Hilfspaket f├╝r das hochverschuldete Land verfehle wohl die Erwartungen, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Banker.

Wie das Handelsblatt weiter berichtete, wollen IWF und Bundesregierung die Verhandlungen mit den Banken ├╝ber deren Beteiligung an den Hilfen f├╝r Griechenland in den kommenden Wochen abschlie├čen. Ziel ist, dem Mittelmeerstaat ├╝ber einen Anleihetausch 50 Prozent der Schulden erlassen ÔÇô das entspricht einem Schuldenschnitt im Umfang von hundert Milliarden Euro. Die Verhandlungen sollten jedoch nicht zwangsl├Ąufig so lange laufen, bis exakt dieser Betrag erreicht sei. "Das Thema muss vom Tisch, damit an den M├Ąrkten Ruhe einkehrt", zitierte das Blatt aus Regierungskreisen. Doch d├╝rfte das Volumen von 100 Mrd. Euro laut Bankkreisen nur sehr schwer zu erreichen sein, da sich vor allem viele Hedgefonds quer stellen. Sie haben sich in gro├čem Stil mit griechischen Staatsanleihen und entsprechenden Ausfallversicherungen (CDS) eingedeckt und spekulieren auf eine Pleite des Landes. Insgesamt ist Griechenland bei privaten und staatlichen Gl├Ąubigern mit 350 Milliarden Euro verschuldet.

Optimist Rehn

In griechischen Regierungskreisen zeigt man sich optimistisch, dass bald eine Vereinbarung steht. Auch EU-W├Ąhrungskommissar Olli Rehn hatte am Dienstag einen baldigen Abschluss der Verhandlungen mit den Banken in Aussicht gestellt. Der Schuldenschnitt ist ├╝brigens Voraussetzung f├╝r das von Merkel und Lagarde offenbar diskutierte zweite internationale Hilfsprogramm f├╝r Griechenland im Umfang von insgesamt 130 Milliarden Euro.

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