Investoren filetieren insolvente A-TEC

Mirko Kovats: Chef der geschrumpften A-TEC
Foto: KURIER /Gnedt Martin

Der Kovats-Konzern hat mit Contor Industries einen Investor gefunden. Die Zahlungen von 210 Mio. Euro an die Gläubiger scheint gesichert.

Für den Aufsichtsrat der insolventen A-TEC von Mirko Kovats war es ein anstrengendes Wochenende: Seit Freitag, 17 Uhr, wurde mit den beiden Bietergruppen verhandelt. Erst Sonntagnacht erfolgte der Durchbruch: Die von Kovats favorisierte Gruppe, Contor Industries, ein extra für das Kaufangebot an A-TEC geschaffenes Vehikel, erhielt den Zuschlag.

Dass Kovats selbst hinter Contor stehe, wird von Aufsichtsrat und Vorstand der A-TEC heftig dementiert. Thomas Schätti, ehemaliger Kovats-Finanzberater, hat Contor gegründet. Drei Investoren vereinen sich kurzfristig darin: Der chinesische Motorenhersteller Wolong, der pakistanische Private Equity Fonds Solstice International und die indische PalmSquare International.

Die drei Käufer teilen A-TEC auf: Wolong übernimmt die ATB Motorenwerke, Solstice die Kupfer- und Metallschmieden der A-TEC mit den Montanwerken Brixlegg und PalmSquare das Kohlekraftwerk Voitsberg. Die Investoren zahlen 210 Millionen Euro an den Sanierungsverwalter, der damit die 47 Prozent-Quote für die Gläubiger erfüllen kann.

Ausbau

Sorgen, dass Wolong die ATB-Werke im steirischen Spielberg und in Welzheim bei Stuttgart zusperren werde, tritt A-TEC-Vorstand Christian Schmidt vehement entgegen. "Wolong wird in ATB investieren und das Geschäft ausbauen", sagt Schmidt zum KURIER. Wolong sei in Europa nicht präsent und fasse mit ATB hier Fuß.

Auch für Brixlegg gibt sich Schmidt optimistisch. Das geplante 67 Millionen Euro-Investitionsprogramm werde vom neuen Eigentümer Solstice umgesetzt. Die börsenotierte A-TEC-Holding, an der Schmidt sieben Prozent und Kovats 67 Prozent halten, beinhaltet dann nur mehr die Salzburger Maschinenfabrik Emco.
Kritik am Einstieg von Contor kommt von Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger. Der Verkauf diene in erster Linie Kovats selbst und decke zweifelhafte Kostenabrechnungen und Fehlinvestitionen zu.

Rückblick

A-Tec ist im Oktober insolvent geworden. Als Gründe wurden ein in den Sand gesetztes Projekt der Anlagentochter AE&E in Australien genannt sowie ausbleibende Aufträge in Folge der Wirtschaftskrise. Eine Anleihe konnte so nicht refinanziert werden. Kovats hatte über Jahre im Eiltempo marode Firmen gekauft, saß jedoch selbst nur auf einem dünnen Eigenkapitalpolster. Der Spielraum bei schlecht laufenden Geschäften - wie in der Wirtschaftskrise - war entsprechend klein.

Beginnend mit Ende 2010 wurden Unternehmensteile verkauft. Im ersten Halbjahr 2011 erzielte die deutlich geschrumpfte A-Tec einen Nettogewinn von 24,6 Millionen Euro - nach einem Verlust von 10,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2010. Der Umsatz legte um 15,8 Prozent auf 808,1 Millionen Euro zu.

(kurier / Irmgard Kischko) Erstellt am
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