Wirtschaft
23.06.2017

Surfen über den Wolken wird zum Standard

Die Fluglinien bieten zunehmend WLAN-Services mit verschiedenen Surfoptionen an.

Die Möglichkeit, während einer Flugreise im Internet zu surfen, wird zunehmend zum Standard. Kunden der AUA können auf bestimmten Kurz- und Mittelstreckenflügen mit ihren Mobilgeräten auch ins World Wide Web. Das grenzenlose Surfen und Streamen am Himmel über Europa kostet zwischen drei und zwölf Euro zusätzlich.

In Deutschland bieten fünf der zehn am häufigsten startenden Fluggesellschaften an Bord WLAN an, teilte das Vergleichsportal Verivox am Freitag mit. In seiner Untersuchung ermittelte das Portal drei verschiedene Preismodelle: Fluggäste könnten entweder Surfoptionen für bestimmte Anwendungen buchen oder sich für feste Laufzeiten beziehungsweise Datenvolumen entscheiden. Die günstigsten Surfpakete kosten demnach zwischen drei und fünf Euro.

Umgerüstet

Bei der AUA sind alle 31 Airbusse technisch umgerüstet und wurden mit einer Softwareaktualisierung im Monat Mai sukzessive "freigeschaltet". Es gibt drei unterschiedliche Tarife: FlyNet Message für drei Euro, FlyNet Surf für sieben Euro und FlyNet Stream für zwölf Euro pro Flugstrecke. Während bei FlyNet Message die Nutzung von Nachrichtendiensten wie E-Mail, WhatsApp oder iMessage möglich ist, können Passagiere mit dem Tarif FlyNet Surf zusätzlich im Internet surfen. Streaming wird mit dem Tarif FlyNet Stream möglich. Die Pakete können über die Kreditkarte oder den Bezahldienst PayPal abgerechnet werden.

Das gemeinsame Angebot mit dem Technologie-Partner Inmarsat basiert auf der neuesten Breitband-Satelliten-Technologie (Ka-Band). Diese sichert die zuverlässige Internetabdeckung auf Kurz- und Mittelstreckenflügen durch das Inmarsat-Netz Global Xpress (GX). Internet-Service-Provider und Partner von Inmarsat ist die Deutsche Telekom.

Bei allen in Deutschland untersuchten Airlines surften die Nutzer aber "mit voller Kostenkontrolle", erklärte Verivox. Demnach wird nicht automatisch nachgebucht, wenn ein Paket aufgebraucht ist. Die Billigflieger Ryanair, Easyjet und Germanwings böten bisher allerdings ebenso wenig einen Internetzugang an wie Air France. Kunden von British Airways steht der Service nur auf wenigen Flügen zur Verfügung, Kunden von Eurowings nur auf Langstreckenflügen, teilte das Vergleichsportal mit.

Per App

Wer an Bord online gehen möchte, kann sich Verivox zufolge direkt mit dem WLAN verbinden und den gewünschten Tarif buchen. Bei Air Berlin müssen Kunden demnach zuvor eine App herunterladen. Die Internetnutzung sei meist ab Erreichen der Flughöhe möglich - allerdings nur in ausgewählten Flugzeugen. Welche das sind, könnten Reisende zuvor bei der Fluggesellschaft erfragen, erklärte das Vergleichsportal.

Verivox rät Verbrauchern, sich vor dem Flug zu überlegen, für welche Anwendungen sie den Internetzugang im Flugzeug brauchen, etwa für das volumenintensive Streamen von Videos oder für das weniger aufwändige Schreiben von E-Mails. So ließen sich "unnötige Kosten vermeiden". Automatische Updates sollten dem Portal zufolge zuvor in den Geräteeinstellungen deaktiviert werden, um den Datenverbrauch zu reduzieren.

Das Vergleichsportal berücksichtigte für seine Untersuchung die zehn Fluggesellschaften, die im März 2017 die größte Zahl an Abflügen von deutschen Flughäfen verzeichneten.