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Insolvenz
08/14/2014

Internet-Start-up Yasssu ist pleite

Wiener Info-Dienstleister hat 1,12 Millionen Euro Schulden – Businessmodell gescheitert.

von Kid Möchel

Über das Wiener IT-Start-up-Unternehmen Yasssu GmbH wurde am Handelsgericht Wien das Konkursverfahren eröffnet. Laut den Gläubigerschutzverbänden AKV, Creditreform und KSV1870 hat das 2007 gegründete Unternehmen rund 1,127 Millionen Euro Schulden angehäuft. „Eine Entschuldung im Wege eines Sanierungsplanes ist aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten nicht geplant“, heißt in einem Informationsschreiben des AKV.

Unter der Internet-Domain www.yasssu.com entwickelte das Unternehmen, das 21 zum Teil sehr prominente Gesellschafter zu seinem Eigentümern zählt, „einen interaktiven Online-News- und Informationsdienst“, der die Möglichkeit bieten sollte, personalisierte Nachrichten über die Plattform abzurufen – unabhängig vom Betriebssystem des IT-Endgerätes. Im Businessplan war später offenbar auch der entgeltliche Verkauf von „News“ vorgesehen.

Gründungsidee überholt

„Es handelt sich dabei um eine multimediale Plattform, die Usern die Möglichkeit bietet, neben einer Vielzahl von etablierten Medien auch über alternative, unabhängige Berichterstattung spezifische News und Themen von mehreren journalistischen Blickwinkeln zu erfahren“, heißt es im Insolvenzantrag über den Geschäftszwecks. „Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, sich aktiv sich in die Berichterstattung einzubringen, Beiträge und Artikel selbst zu verfassen, Beiträge zu bewerten und kommentieren sowie sie mit anderen zu teilen.“

Das Kapital

Die Finanzierung von Yassin erfolgte durch die Gründungsgesellschafter, später dann durch sehr namhafte österreichische Privatinvestoren, aber auch durch Förderdarlehen in Höhe von 501.000 Euro des Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichische Förderungsgesellschaft FFG in Höhe von 401.000 Euro.

Aus vor Endversion

„Zum weiteren Ausbau der Plattform, insbesondere zur Entwicklung einer nutzerfreundlichen Endversion samt einer mobilen App für Endgeräte wie Smartphones und Tablets hätte yasssu zusätzliches Kapitel benötigt“, heißt es im Antrag weiter. „Aus dem Kreise beteiligten Investoren“ war das nicht mehr möglich.

„Zudem zeigte sich auch, dass der entgeltliche Verkauf von Nachrichten in Text oder Bildform über das Internet nach wie vor nicht als tragfähiges Businessmodell zu etablieren war“, heißt es weiter, „weil die Nutzer nicht bereit sind Geld, für im Internet abrufbare Nachrichten zu bezahlen.“

Das Unternehmen mit Sitz in der Wiener Mariahilfer Straße 4 wurde bereits geschlossen, nennenswertes Vermögen ist nicht vorhanden. Aus dem Entwurf des Jahresabschlusses 2013 geht hervor, dass der Jahresverlust knapp 250.000 Euro, der Bilanzverlust 1,76 Millionen Euro beträgt.