Wirtschaft
04.05.2017

Insolventer Schuhhändler wird jetzt verkauft

Im Insolvenzverfahren der ehemaligen Vögele Shoes GmbH wurde Sanierungsplan zurückgezogen und ein Konkursverfahren eröffnet. Filialen sperren Ende Juli zu und werden verkauft.

Im Rahmen des Sanierungsverfahrens der Schuh & Schuh PKTS GmbH,vormals Vögele Shoes GmbH, zog die Schuldnerin heute, Donnerstag, den beantragten Sanierungsplan zurück. Der Grund: Der für die Sanierung erforderliche Finanzbedarf konnte nicht aufgebracht werden. Auch konnte kein Investor zu einem Einstieg bewegt werden.

Doch es gibt noch etwas Hoffnung: "Der vom Masseverwalter Tobias Gisinger erarbeitete Alternativplan ermöglicht jedoch eine Übertragung von bis zu 26 Standorten an neue Eigentümer, zudem besteht die Chance, die Arbeitsplätze an diesen Standorten zu retten", heißt es in einer Aussendung. "Durch einen Schuh-Abverkauf und insbesondere die abgeschlossenen Unternehmenskaufverträge wird eine deutlich höhere Quote für die Gläubiger erwartet, als im Sanierungsplan veranschlagt." Unsprünglich sollten die Gläubiger 20 Prozent Quote erhalten.

Über das Vermögen der Schuh & Schuh PKTS GmbH ist Ende Jänner 2017 am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren eröffnet worden. Hier finden Sie die Fakten: Millionen-Pleite einer Schuhhandels-Kette

Kein Geld für Sanierung

„Der Sanierungsplan sah vor, dass durch die Schließung von 15 Filialen der mittelfristige Fortbetrieb von 30 Filialen gesichert sein soll. Die Unternehmensfortführung verlief seit der Insolvenzeröffnung durchaus positiv – in den vergangenen drei Monaten erwirtschafteten wir ein Umsatzplus von 12,7 Prozent “, bestätigt der Geschäftsführer Christian Hahn. „Den für die Sanierung aber erforderlichen mittelfristigen Finanzbedarf konnten die Gesellschafter nicht wie im Sanierungsplan vorgesehen aufbringen und es fand sich auch kein Investor – aus diesem Grund sind die 30 Filialen nur noch bis 31. Juli geöffnet."

Nun wird aus dem Sanierungsverfahren Konkursverfahren. Um auf dieses mögliche Szenario vorbereitet zu sein, führt Masseverwalter bereits seit geraumer Zeit Gespräche mit nahezu allen namhaften Schuheinzelhändlern, aber auch Branchenfremden.

Chance nutzen

„In meinem Fokus stehen ganz klar die Gläubiger und Dienstnehmer. Mein großes Ziel war und ist es, im Falle des Scheiterns der Sanierung eine Vielzahl der bestehenden 30 Filialen an Interessenten zu verkaufen. Nur auf diese Weise können die 329 Gläubiger bedient werden und gleichzeitig haben rund 100 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer eine realistische Möglichkeit, dass sie neue Einzelhändler übernehmen“, sagt Masseverwalter Tobias Gisinger. „Mit unserem erarbeiteten Alternativplan bin ich sehr optimistisch. Für 26 der 30 Filialen besteht die große Chance zur Fortführung."

Angebliche Käufer

Demnach haben namhafte Schuheinzelhändler und auch branchenfremde Unternehmen haben Unternehmenskaufverträge abgeschlossen. Voraussetzung ist hier noch eine endgültige Einigung der neuen Eigentümer mit den derzeitigen Vermietern in Einkaufs- und Fachmarktcentern. Erste erfolgreiche Gespräche gab es bereits. Gisinger: "Bis 31. Juli findet nun in den Vögele Shoes-Filialen ein Abverkauf mit minus 30 Prozent statt, anschließend haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 26 verkauften Filialen die Chance, am selben Standort für den Käufer arbeiten zu können. Bezüglich der vier verbleibenden Filialen befinden wir uns derzeit noch in Gesprächen mit möglichen Käufern.“