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Immobilien
12/17/2015

Immofinanz zieht Schlussstrich unter Anleger-Klagen

Die Immofinanz hat sich mit Anlegern verglichen und zahlt rund 80 Millionen Euro.

von Irmgard Kischko

Die Wiener Immobiliengesellschaft Immofinanz kann mit den vielen Rechtsstreitigkeiten der Vergangenheit endgültig abschließen. "Wir haben uns mit 95 Prozent aller Anleger auf einen Vergleich geeinigt. Die Auszahlungen beginnen im Jänner, erklärt Vorstand Oliver Schumy. Insgesamt 80 Millionen Euro wendet das Unternehmen dafür auf. Mit 52 Millionen Euro war bilanziell bereits vorgesorgt worden, 28 Millionen muss die Gesellschaft noch aufbringen. Die Anleger erhalten - je nach Einzelfall - eine Quote von 26 bis 29 Prozent ihrer gerichtlich geforderten Ansprüche. Der ursprüngliche Streitwert lag bei 300 Millionen Euro.

"Wir ersparen uns mit dieser Einigung in Zukunft einiges an Kosten. Die Gerichtsverfahren hätten wohl noch sieben bis acht Jahre gedauert, betont Schumy. Die größten Schwierigkeiten für die Immofinanz liegen jetzt in Russland. Die wirtschaftliche Schwäche des Landes, die Abwertung des Rubel und der niedrige Ölpreis setzen den Unternehmerns zu. Die Immofinanz musste den Mietern in ihren russischen Einkaufszentren erneut Nachlässe gewährend. "Wir machen das jeweils auf ein Quartal befristet, erklärt Schumy. Die Mieteinnahmen in Russland sanken im ersten Geschäftshalbjahr 2015/16 daher von 86,9 auf 43,3 Millionen Euro. Insgesamt sanken die Mieterlöse der Immofinanz um 24,8 Prozent auf 160,3 Millionen Euro.

Höheres Konzernergebnis

Dass unterm Strich dennoch ein Konzernergebnis von 132,2 Millionen Euro nach nur 3,4 Millionen Euro im ersten Haljahr 2014 herauskam, liegt an der Bewertung der Immobilien. In Summe beliefen sich die Aufwertungen ohne dem verkauften Logistikportfolio auf 29,6 Millionen Euro. Sogar in Russland gab es trotz der Währungsprobleme höhere Bewertungen, weil die Stadt Moskau einen Anteil am dortigen Einkaufszentrum zu einem für die Immofinanz attraktiven Preis erwarb.

Nach dem Verkauf des gesamten Logistikportfoilios sitzt die Immofinanz auf dicken Cash-Polstern. Der geplante Rückzug aus der Buwog habe daher keine Eile. Noch besitzt die Immofinanz 38,5 Millionen Buwog-Aktien, davon sind 7,8 Millionen für die Wandelanleihe 2018 reserviert.

Wachsen will das Unternehmen mit den Einzelhandelsmarken Stop Shop und Vivo!. Pro Jahr sollen zu den 53 Stop Shop-Zentren 20 neue dazu kommen. Damit sei die Immofinanz am Weg zu Europas führender Retail-Park-Kette. Die Immofinanz wird sich künftig ausschließlich auf Einkaufszentren und Büros spezialisieren. Die Leerstandsquote bei den Büros konnte mit Modernisierungsinvestitionen von 25 auf 20 Prozent reduziert werden. Der Bereich Wohnungen soll weiter in Richtung drei Prozent reduziert werden. In Deutschland und Rumänien stehen Wohnobjekte der Immofinanz zum Verkauf.

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