Traumschlösser: Geld macht viel möglich

"Luxus geht immer", heißt es in der Immobilienbranche. KURIER hat nachgefragt, ob das zutrifft.

Ein Schloss mit Eigenjagd oder privatem Golfplatz? Oder lieber eine Villa an der kroatischen Adriaküste? Kauft das in der Krise überhaupt noch jemand? Alexander Kurz muss es wissen. Der Salzburger Makler hat sich auf Luxusresidenzen spezialisiert: "Es gibt weiter sehr wohlhabende Menschen", erklärt Kurz im Gespräch, räumt aber ein: "Die Zahl hat sich verkleinert."

Penthaus-Wohnungen in der Salzburger Sternbrauerei hat er ebenso im Angebot wie ein Tiroler Schloss, das von einem Garten mit Teichen und eigener Grotte umsäumt wird. Auch zehn bis 15 See-Liegenschaften im Salzburg und dem Salzkammergut würde er pro Jahr vermitteln. "Für eine Seevilla müssen Sie mit drei bis vier Millionen Euro rechnen, bei Schlössern und Burgen reicht der Preis je nach Lage von zwei bis 20 Millionen Euro."

Vor allem Unternehmer
würden sich diesen Luxus leisten, auch deutsche Staatsbürger, die sich aufgrund der Abschaffung der Erbschaftssteuer hier einen Alterssitz zulegen. "Auch unser Stiftungsrecht veranlasst wohlhabende Deutsche, dass sie ihren Hauptwohnsitz nach wie vor nach Österreich verlegen", erklärt er. Jährlich hätte er bis zu zehn Anfragen.

Ferienhaus auf der italienischen Insel Lipari: Trotz Krise investieren betuchte Kunden in Luxusimmobilien.
© Bild: Masterhomes.net

Während Kurz vor allem Objekte aus dem Raum Salzburg makelt, setzt Roman Dollinger einen breiteren Fokus: Neben seinem Büro am Mondsee betreibt er das Internet-Portal Masterhomes.net, auf dem sich in 15 Sprachen Luxus-Angebote von Kooperationspartnern finden. "2009 haben wir über Masterhomes 18 Objekte vermittelt", ist Dollinger zufrieden. Vor allem die Nachfrage aus Osteuropa sei 2009 aber zurückgegangen: "Die Leute haben genauer sondiert, bevor sie gekauft haben."

In seinem Angebot finden sich neben Architekten-Häusern in London oder Wien auch eine Handvoll Schlösser: "Unser tollstes Objekt ist derzeit ein Wasserschloss in Bayern um 19 Millionen Euro." Mit 350 ha Parkfläche eignet es sich auch als Firmenresidenz oder für Hollywoodstars. "Bei Privatresidenzen liegt die Grenze aber meist bei zwei Millionen Euro", weiß er.

Seine Klienten bekommt er übrigens oft nicht zu Gesicht: "Die Interessenten sind meist sehr beschäftigt. Die Immobilienauswahl übernimmt in vielen Fällen der Anwalt."

( ce ) Erstellt am 05.12.2011