Wirtschaft | Immobiz
18.03.2014

Silvia Wustinger-Renezeder: Hat sich die Grundrissplanung verändert?

Silvia Wustinger-Renezeder ist Geschäftsführerin der SEG Stadterneuerungs- und Eigentumswohnungsgesellschaft m.b.H.

"Die Wohnungsplanung ist viel kompakter und effizienter geworden. Bei steigenden Quadratmeterpreisen muss auf optimale Flächen geachtet werden und daher auf Nebenräume, Gänge und so manchen dunklen Abstellraum verzichtet werden. Der Konsument möchte den von ihm bezahlten Raum täglich nutzen können. Abstellflächen können daher auch in anderen Teilen des Hauses kostengünstig untergebracht werden. Der Wohn-, Koch- und Essbereich wächst zusammen und sollte mit großen Fenstern oder davor liegenden Freiräumen optisch noch erweitert werden. In Wien freuen wir uns daher auf die straßenseitigen Balkone. Dachausbauten und Dachgeschoße werden in Zukunft vielleicht kleiner, aber effizienter sein – denn nur die optimal nutzbaren Wohnflächen ohne Dachschrägen werden von den Kunden angenommen. Bei der Wohnungsplanung kommt es vor allem darauf an, die Räume so großzügig wie möglich zu gestalten, Zwischengänge wegzulassen und diese gewonnenen Flächen dem Wohnraum oder den Schlafräumen zuzuschlagen. Außerdem ist es entscheidend, das Objekt nicht zu groß zu dimensionieren, damit das Raumangebot mit den Gesamtkosten im Einklang ist. Mein Tipp für den Wohnungssuchenden: Vergleichen Sie die einzelnen Grundrisslösungen dahingehend, wie viel der bezahlten Flächen tatsächlich für ihre tägliche Wohnnutzung zur Verfügung steht und wie viel nur Durchgangs-, Stau- und Abstellflächen sind. Damit erhalten Sie eine neue Kosten-Nutzen-Relation für Ihre Wohnungsentscheidung.“