Kann ich drei Kindern gemeinsam eine Wohnung vererben?

Bei einer Eigentumswohnung können maximal zwei Personen im Grundbuch eingetragen werden. © Bild: Eisenhans - stock.adobe.com/Eisenhans/stock.adobe.com/Fotolia

Experten beantworten Ihre Leserfragen am KURIER-Telefon. Nächster Termin: 19. Februar 2018

Kann ich drei Kindern gemeinsam eine Wohnung vererben?

Bei einer Eigentumswohnung können maximal zwei Personen im Grundbuch eingetragen werden. Möglich wäre, dass alle gemeinsam die Wohnung verkaufen.

Ich besitze eine Eigentumswohnung und möchte, dass die Wohnung nach meinem Ableben auf meine drei Kinder übergeht. Wie soll ich das machen?

Falls die Aufteilung des Nachlasses nach Ihrem Ableben geregelt werden soll, müssen Sie eine letztwillige Verfügung (Testament oder Vermächtnis) oder einen Schenkungsvertrag auf den Todesfall errichten. Dabei sind die gesetzlichen Formvorschriften zu beachten. Die Beiziehung einer Rechtsberaterin oder eines Rechtsberaters ist unbedingt empfehlenswert.Wenn Sie die Wohnung Ihren drei Kindern hinterlassen wollen, ist Folgendes zu beachten: Während beispielsweise bei einem Einfamilienhaus unzählige Personen Eigentümer sein können, besteht bei einer Eigentumswohnung nur für maximal zwei Personen die Möglichkeit, im Grundbuch als Eigentümer eingetragen zu werden. Sollten Sie also Ihren drei Kindern die Wohnung vermachen, müssen sich Ihre Kinder einigen, wer tatsächlich das Objekt übernimmt und wer allenfalls ausbezahlt wird. Möglich wäre es natürlich auch, dass alle gemeinsam die Wohnung verkaufen und den Erlös aufteilen.

In meinem unbefristeten Mietvertrag steht nichts von einer Indexanpassung. Darf der Vermieter trotzdem eine Indexanpassung durchführen?

Die Wertsicherung der Miete bedarf einer ausdrücklichen Vereinbarung. Wenn in Ihrem Mietvertrag oder auch sonst keine derartige Vereinbarung getroffen wurde, darf der Vermieter keine Indexanpassung durchführen. Das Mietrechtsgesetz enthält übrigens im Bereich der Kategorie- und Richtwertmieten Bestimmungen betreffend die Valorisierung. Selbst in diesen Fällen darf eine Änderung des Mietzinses nur vorgenommen werden, wenn eine Wertsicherungsvereinbarung vorliegt.

Ich will mein Haus verkaufen. Es handelt sich um ein renovierungsbedürftiges Gebäude. Eigentlich sollte es abgerissen werden. Muss ich einen Energieausweis vorlegen?

An sich hat beim Verkauf eines Gebäudes ein Verkäufer dem Käufer einen höchstens zehn Jahre alten Energieausweis auszuhändigen. Es gibt aber Ausnahmen: Wenn beispielsweise das Gebäude aufgrund des schlechten Erhaltungszustands objektiv abbruchreif ist, muss kein Energieausweis übergeben werden. Voraussetzung ist es jedoch, dass das Gebäude in einem allfälligen Inserat als abbruchreif bezeichnet wurde und dass jedenfalls im Kaufvertrag festgehalten wird, dass die Käuferin oder der Käufer das Gebäude innerhalb von drei Jahren nach Vertragsabschluss abbrechen wird.

Immo Telefon, Markus Kaspar © Bild: KURIER/Martin Gnedt

Was passiert, wenn die Hausverwaltung bei der Behebung eines Wasserschadens säumig ist? Kann der Eigentümer den Schaden selbst beheben lassen? Wer trägt dann die Kosten?

Wenn der Wasserschaden im Bereich der allgemeinen Teile des Hauses auftritt, muss die Behebung des Schadens von der Eigentumsgemeinschaft durchgeführt werden. Die erforderlichen Maßnahmen hat die Hausverwaltung zu treffen. Falls die Hausverwaltung nicht tätig wird, kann gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen werden, um die Erledigung durch die Hausverwaltung oder durch die Wohnungseigentumsgemeinschaft zu erwirken. Derartige Verfahren können lange dauern, sodass es oftmals unumgänglich ist, dass ein einzelner Wohnungseigentümer selbst die Schadensbehebung beauftragt, um noch größeren Schaden abzuwenden. Die Kosten für die Behebung des Wasserschadens wird der Installateur in der Regel von dem Wohnungseigentümer verlangen, der ihn beauftragt hat. Dem Wohnungseigentümer steht dann aber gegen die Eigentumsgemeinschaft ein Anspruch auf Rückerstattung des notwendigen und zweckmäßig gemachten Aufwandes zu. Der Anspruch ist erforderlichenfalls gerichtlich geltend zu machen.

( kurier.at ) Erstellt am 16.02.2018