Wirtschaft | Immobiz
20.07.2017

Erfreulich erfrischend

Welche Arten von Schwimmgelegenheiten gibt es? An welche Sicherheitsmaßnahmen sollten Eltern von kleinen Kindern denken? Worauf muss man bei der Bewässerung achten? Wie kann man Regentropfen sammeln und nützen? Sechs Dinge, die Sie über Wasser im Garten wissen sollten.

Der Pool

Wer sich den Badespaß gerne vor die Haustüre holen möchte, ist mit einem klassischen Pool gut beraten. Doch bevor man mit dem Bau loslegen kann, muss der passende Standort gefunden werden. "Optimal ist es, wenn das Becken zu drei Vierteln in der Sonne liegt", sagt Gartengestalter Wolfgang Schmid von Living Garden. Doch nicht nur wegen des Schattens, auch aufgrund der erhöhten Schmutzgefahr sollten Bäume in unmittelbarer Nähe vermieden werden. Von Stromleitungen ist ebenfalls besser Abstand zu nehmen. "Hat man die Möglichkeit die Technik in einer Gartenhütte unterzubringen, sollte man das tun", sagt der Experte. Ab einem Fassungsvolumen von 50 Kubikmetern braucht es zudem eine Genehmigung von der Baubehörde. Sind die anfänglichen Hürden überwunden, ist die Auswahl an Materialien und Formen nahezu grenzenlos. "Der Vorteil an Folienbecken ist beispielsweise, dass ich Größe und Tiefe selbst bestimmen kann, da diese vor Ort manuell eingebaut werden. Bei Fertigwannen aus Polyester oder Edelstahl ist man dagegen an das Angebot der Hersteller gebunden", erklärt Schmid. Damit die nasse Abkühlung auch hygienisch unbedenklich ist, muss der Poolbesitzer einem ausreichenden Pflegeaufwand nachkommen. Zwar wird ein großer Teil an Verunreinigungen durch die eingebaute Filteranlage entfernt, das regelmäßige chlorieren und kontrollieren der Wasserqualität ist aber unbedingt erforderlich. "Zudem sollte das Becken nach jeder Saison ausgelassen und vollständig geputzt werden", rät Schmid.

Der Gartenteich

Während ein Schwimmteich nicht ohne Anleitung eines Profis gebaut werden sollte, können Hobby-Gärtner den dekorativen Gartenteich auch selbst planen. Er besteht in der Regel aus verschiedenen Zonen, die fließend ineinander übergehen. An die Sumpfzone in Ufernähe schließt dabei eine 40 bis 50 Zentimeter tiefe Flachwasserzone an. In der Mitte befindet sich die Tiefwasserzone mit 80 bis 150 Zentimeter Wassertiefe. Zum Abdichten des Aushubs eignen sich Lehm oder Ton. Einfacher funktioniert es mit einer speziellen Folie aus dem Baumarkt. Ist der Untergrund besonders steinig, sollte zum Schutz eine etwa fünf bis zehn Zentimeter dicke Schicht aus Feinsand aufgebracht und die Mulde mit Vlies ausgelegt werden. Damit die angrenzende Erde das Teichwasser nicht aufsaugt, ist darauf zu achten, dass die Folie am Rand einige Zentimeter aus dem Boden ragt. Für die Gestaltung eignen sich alle Arten von Wasserpflanzen. Das Ufer kann durch Schotter- und Kiesflächen zum Hingucker werden. Und wer auch den tierischen Gartenbewohnern etwas Gutes tun möchte, kann mit einem kleinen Hügel aus Steinen in der Nähe des Teiches ein Überwinterungsquartier für Molche und Kröten schaffen.

Der Schwimmteich

Die chlorfreie Alternative zum Pool ist ein Schwimmteich, bei dem Zooplankton und Pflanzen in Regenerationszonen für die Qualität des Wassers sorgen. Grundsätzlich gilt: Je größer er ausfällt, umso besser funktionieren das System und die biologische Selbstreinigung. „Hundert Quadratmeter sollten im Garten deshalb mindestens zur Verfügung stehen“, sagt Franz Kubacek, Obmann des Österreichischen Verbandes für Schwimmteich- und Naturpoolbau. „Zudem ist darauf zu achten, dass die Regenerationszonen die Hälfte, noch besser zwei Drittel der Gesamtfläche einnehmen.“ Für die Bepflanzung kommen vor allem Wasserpest, Krebsschere, Tausendblatt sowie Schwimmblattpflanzen infrage. Auf Schilf sollte man dagegen verzichten, da es sehr rasch alles zuwuchert und die Folie verletzen kann. Bezüglich der Hygiene müssen sich Schwimmteichbesitzer in der Regel keine Sorgen machen. „Zumindest einmal im Jahr muss er gesäubert werden“, sagt Kubacek. Eine glitschige Oberfläche ist dabei kein Indiz für mangelnde Sauberkeit. „Wer sich an ihr stört, kann bei richtiger Bauweise aber Teichroboter einsetzen, um sie zu entfernen.“

Die Sicherheit

Für Kinder stellen offene Wasserflächen immer eine Gefahr dar. Eine Abdeckung für den Pool ist deshalb unabdingbar. Sie verhindert nicht nur, dass die Kleinen unbeaufsichtigt in das kühle Nass springen, sondern hält auch die Wassertemperatur konstant warm. Für den Teich kommt eine solche nicht infrage. Die Installation eines Zaunes, für die Zeit, in der die Kinder noch nicht schwimmen können, schafft Abhilfe. Doch nicht nur das Hineinfallen, auch die Ansaugöffnungen bei Poolattraktionen wie Wasserspeiern sorgen oft für ein Unglück. „Haben sich die Haare erst einmal verfangen, hat ein Kind kaum Chancen, sich alleine zu befreien“, sagt Robert Terp, zuständig für die Bädersicherheit beim TÜV Austria. Laut Norm darf eine Ansauggeschwindigkeit von 0,5 Metern pro Sekunde nicht überschritten werden. Die Gitter über den Ansaugöffnungen dürfen nicht größer als acht Millimeter sein. „Zwar ist dies nur für öffentliche Bäder geregelt, die Schutzmaßnahmen lassen sich aber auf den privaten Bereich übertragen“, sagt Terp. Damit die Fläche um Pool und Teich nicht zur Stolperfalle wird, sollte man auf glatte Fliesen verzichten. Bodenbeläge aus Holz oder Stein mit strukturierter Oberfläche bieten eine größere Rutschfestigkeit.

Die Bewässerung

Neben der Gießkanne und dem Schlauch können Gartenbesitzer auch auf kräfteschonendere Varianten zurückgreifen. Rasensprenger etwa sorgen für ein saftiges Grün. Ein Viereckregner für rechteckige oder quadratische Flächen ist dabei am günstigsten. Je nach Form sind aber auch Kreisregner, die einen vorgegebenen Radius erreichen und Vielflächenregner, die individuell einstellbar sind, erhältlich. Noch effizienter, aber auch teurer sind unterirdische Tropfrohrbewässerungen mit einem Steuerungscomputer, bei dem Zeit und Dauer eingestellt werden können. Ein zusätzlicher Regensensor stellt sicher, dass bei Niederschlag kein Wasser verschwendet wird. „Bei Sträuchern und Blumen ist man dagegen mit einer oberirdisch verlegten Tropfbewässerung gut beraten“, sagt Alfred Janousek, Geschäftsführer der Raintime Bewässerungstechnik. „Auch diese können mit Sensoren ausgestattet werden, die sicherstellen, dass die Gießfunktion nur dann anspringt, wenn das Erdreich trocken genug ist.“ Eine automatische Bewässerung hat allerdings auch ihren Preis. „Die Kosten einer kompletten Anlage für einen 400 Quadratmeter großen Garten belaufen sich auf etwa 3000 bis 4000 Euro.“ Wer Geld sparen möchte, kann die Montage selbst übernehmen. Es gibt Anleitungen, mit denen das einfach umzusetzen ist.

Das Regenwasser

Wer für das Gießen der Pflanzen nicht auf wertvolles Trink-, sondern lieber auf Regenwasser setzen möchte, kann dieses am einfachsten mit einer Regentonne aus Holz oder Kunststoff auffangen. Wird diese noch dazu unter ein Fallrohr, das das Wasser von der Dachfläche direkt in die Tonne leitet, gestellt, ist im Nu genügend Flüssigkeit für einen kleineren Garten garantiert. Reichen 500 Liter für das Gießen der grünen Oase nicht aus, kann ein Tank mit etwa 1000 Litern Fassungsvermögen Abhilfe schaffen. Wer sich weder Tonne noch Tank in den Garten stellen möchte, kann Regenwasser auch unterirdisch in einer sogenannten Zisterne sammeln. Der Behälter mit einem groben Filter und einem Überlaufventil fasst in den meisten Fällen zwischen 3000 und 10.000 Liter. Eine Pumpe transportiert das aufgefangene Wasser dann durch eine Verrohrung oder einen Schlauch zu einer Entnahmestelle, an der dann auch automatische Gießsysteme angeschlossen werden können, die das Nass an die Pflanzen verteilen. Die Kosten für eine solche Anlage betragen etwa 1000 bis 1500 Euro.

Text von Theresa Kopper