Wirtschaft | Immobiz
25.02.2018

Endet die Untermiete, wenn der Hauptmieter gekündigt wird?

Experten beantworten Ihre Leserfragen am KURIER-Telefon. Diesmal: Nicole Neugebauer-Herl. Nächster Termin: 5. März 2018.

Meine Tochter ist Untermieterin einer Wohnung. Sie hat immer pünktlich die Miete bezahlt. Jetzt wurde der Hauptmietvertrag gekündigt, weil der Hauptmieter die Miete nicht bezahlt hat. Was kann meine Tochter tun, um in der Wohnung zu bleiben?

Der Räumungstitel des Eigentümers gegen den Hauptmieter wirkt auch gegenüber dem Untermieter. Ihre Tochter wird die Wohnung räumen müssen, wenn der Eigentümer gegenüber dem Hauptmieter die Delogierung einleitet. Ihre Tochter sollte in diesem Fall das Gespräch mit dem Eigentümer suchen, eventuell ist dieser bereit, sich mit Ihrer Tochter auf eine Hauptmiete zu verständigen. Ist das nicht der Fall und Ihre Tochter muss die Wohnung vorzeitig räumen, kann sie gegenüber dem Untervermieter Schadenersatzansprüche wegen der von ihm verschuldeten vorzeitigen Vertragsbeendigung geltend machen.

Ich wohne in einer Genossenschaftswohnung. 2014 hatte die Wasserleitung im Garten ein Leck, wodurch unser Verbrauch gestiegen ist. Gemerkt haben wir das bei der Abrechnung, wir mussten 1000 Euro nachzahlen. Behoben wurde der Schaden erst 2017. Hätte die Genossenschaft früher reagieren müssen? Haben wir das Recht auf Rückerstattung der Mehrkosten?

Die Wasserversorgungsgesetze der Bundesländer sehen vor, dass der Abnehmer verpflichtet ist, die Verbrauchsanlage mindestens alle drei Monate auf ihre Dichtheit zu überprüfen. Eine der Methoden ist die Überwachung des durchschnittlichen Tagesverbrauches durch monatliche Ablesung des Wasserzählers. Diese Verpflichtung trifft den Eigentümer der Liegenschaft. Sobald der Genossenschaft der gesteigerte Verbrauch aufgefallen ist, hätte sie Schritte zur Behebung setzen müssen. Ab wann dies der Fall war, müsste man durch Vergleich der Jahresabrechnungen ermitteln. Wenn der Genossenschaft Versäumnisse vorzuwerfen sind, wird man ihr den Mehrverbrauch anlasten können.

In unserem Haus gibt es zehn Wohnungseigentümer. Nun ist die Dichtung bei einem meiner Fenster kaputt. Muss die Allgemeinheit für die Reparatur aufkommen oder wir allein?

Zunächst empfiehlt sich ein Blick in den Wohnungseigentumsvertrag, ob für der Zuständigkeit für die Wartung, Instandhaltung und Erhaltung der Außenfenster besondere Regelungen getroffen wurden. Ist das nicht der Fall, fällt die Erhaltung und Erneuerung von schadhaften Außenfenstern in die Zuständigkeit der Eigentümergemeinschaft. Kleinere Reparatur- und Wartungsarbeiten sind von den Wohnungseigentümern zu tragen.

Ich lebe in einer Wohnungseigentumsanlage mit Vorgarten. Dieser hat einen Maschendrahtzaun. Ich würde gerne anstelle dessen einen Holzzaun errichten und ein Gartenhaus aufstellen. Darf ich das oder muss ich das Einverständnis der anderen Eigentümer einholen?

Ich würde zunächst durch Einsicht in den Wohnungseigentumsvertrag klären, ob Vorgaben hinsichtlich der Gestaltung der Gartenzäune und Vereinbarungen getroffen wurden, die das Aufstellen einer Gartenhütte verbieten. Bestehen derartige Regelungen, sind diese zu befolgen und können nur durch einstimmige Vereinbarung aller Wohnungseigentümer geändert werden. Ist im Wohnungseigentumsvertrag dazu nichts geregelt, brauchen Sie für die Aufstellung des Gartenhauses in dem Ihrem Objekt zugewiesenen Garten keine Genehmigung der übrigen Eigentümer. Allfällige baurechtliche Bestimmungen sind zu beachten. Eine Änderung des Gartenzaunes stellt einen Eingriff in allgemeine Teile der Liegenschaft dar und bedarf, wenn keine Regelung im Wohnungseigentumsvertrag besteht, der Zustimmung aller Wohnungseigentümer, zumal die Änderung von Maschendraht- auf Holzzaun das äußere Erscheinungsbild ändert. Ohne Zustimmung der übrigen Wohnungseigentümer riskieren Sie eine Unterlassungsklage