Unsere Vermieterin hat uns die Mietzinsvorschreibung für sechs Monate geschickt und will, dass wir alles auf einmal zahlen. Das war bisher nie so, müssen wir das machen?

Wenn im Mietvertrag die monatliche Zahlung der Miete vereinbart ist, hat der Vermieter nicht das Recht eine Mietzinsvorauszahlung für 6 Monate zu verlangen. Wenn Ihnen die Zahlscheine für 6 Monate im Voraus zugeschickt werden, können sie trotzdem die Miete Monat für Monat zur Einzahlung bringen. Wichtig ist, dass die Zahlung der Mieten bei Fälligkeit erfolgt.

© Jürg Christandl

Immobilien
08/05/2013

Mieten: "Zeche zahlen Jungfamilien"

Branchenvertreter Pisecky kritisiert den sozialen Wohnbau und Billigmieten.

von Simone Hoepke

Die Mieten erregen regelmäßig die Gemüter. Laut den Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) ist der Zins für Hauptmietwohnungen zwischen 2005 bis 2012 um durchschnittlich drei Prozent pro Jahr gestiegen. Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen wurden um 2,2 bzw. 2,4 Prozent teurer, jene von Privaten dagegen um 4,2 Prozent.

Laut dem Wiener Obmann der Immobilien- und Vermögenstreuhändler, Michael Pisecky, ist das aber nur die halbe Wahrheit. Rechne man bei Genossenschaftswohnungen auch den Baukostenzuschuss ein, käme man auf marktübliche Miethöhen im privaten Wohnungsmarkt. Auch bei Gemeindewohnungen müsse man berücksichtigen, dass sie komplett mit Steuergeldern errichtet und mit großer Unterstützung von Fördermitteln finanziert werden, betont er. Dennoch würde etwa Wiener Wohnen ein Minus schreiben, für das wiederum die Allgemeinheit aufkommen muss.

Er kritisiert, dass viele geförderte Wohnungen an Menschen vermietet seien, die einkommensmäßig längst nicht mehr gefördert werden müssten. „Das Problem des sozialen Wohnbaus ist, dass nicht nur in Notsituationen geholfen wird, sondern ein Leben lang. So etwas gibt es nur in Österreich.“ Laut Pisecky müssten geförderte Wohnungen zeitlich befristet vergeben werden – etwa wie in Schweden auf zehn Jahre.

„Privilegierte“

Pisecky sieht auch am privaten Wohnungsmarkt einiges im Argen. So würden rund 75.000 Wiener nach wie vor zu Altvertragskonditionen aus der Zeit vor 1993 oder zu Friedenszinsmieten von ein bis zwei Euro pro Quadratmeter in Gründerzeithäusern leben. „Diese Privilegierten zahlen niedrige Mieten zulasten der neuen Mieter“, sagt er. Zu diesen Preisen könnten Vermieter unmöglich ihre Kosten decken, geschweige denn Geld für Neuinvestitionen aus der Miete erhalten. „Die Zeche zahlen Jungfamilien, die neu ins Haus einziehen und zu viel zahlen.“

Seiner Meinung nach müssten diese privilegierten Mieten „mit einer Einschleifzeit von zehn Jahren an das Marktniveau herangeführt werden“. Damit wäre es für Mieter, die nach dem Auszug der Kinder allein in großen aber billigen Wohnungen leben, auch wieder attraktiv, in eine kleinere Wohnung umzuziehen, so die Rechnung des Wiener Obmanns der Immobilientreuhänder.

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